Mediales mal schnell

Endgültig spurlos weg: Die WR-Ausgaben in Schwerte und Lünen

17. November 2015Blickwinkel Schwertemeldet, dass in Schwerte und Lünen die Funke-Gruppe das Erscheinen der früheren Ausgaben der Westfälischen Rundschau endgültig eingestellt hat. Nach der Schlachtung des traditionsreichen Titels war die WR an beiden Plätzen unter synergischer Nutzung des Konkurrenzblattes Ruhrnachrichten weiter erschienen. Das lohnt nun offenbar auch nicht mehr. Also: Ultima Ratio, wenn Managern die Ideen ausgehen: Weg damit. Zum Schluss noch Beruhigendes: In Dortmund, Heimat und Gründungsorts der WR, wird die von den Ruhrnachrichten gefüllte Ausgabe der WR (vorerst) weiter erscheinen.

Die Welt will nicht mehr mit Matthias Matussek

17. November 2015 – Das Portal MEEDIA berichtet, dass die Welt sich mit sofortiger Wirkung von Autor Matthias Matussek trennt. Nachdem dieser und die Chefredakteure der Spinger-Blattes heftig verbal darum gestritten hatte, wer denn von allen das “Arschloch” (laut MEEDIA wörtlich) sei, saßen zumindest zwei davon am längeren Hebel und feuerten die einstige Edelfeder des Spiegel. Ein umstrittener Twitter-Post aus der Autorenschaft des Matthias Matusseks zu den Pariser Attentaten mit xenophobischen Beiklängen hatte den Streit ausgelöst.

Und sie streichen Stellen, bis keiner mehr da ist, der was Lesenswertes schreibt

23. Oktober 2015 – Alle Freien beim Verlag Der Tagesspiegel wurden mit sofortiger Wirkung von ihrer Arbeit freigestellt, meldet der Deutsche Journalistenverband (DJV). Scharfe Kritik kommt von DJV-Chef Michael Konken: „Zynischer kann mit den Mitarbeitern, die erheblich zum publizistischen Erfolg der Zeitung beitragen, nicht umgegangen werden.“ Ich gehe da gern noch einen Schritt weiter: Der Verlag stellt sich bruchlos in die Reihe der Totengräber eines Journalismus, der Anspruch auf ernst zu nehmende Qualitätsansprüche an sich selbst stellt. Verlage haben seit langem den Sinn des eigenen Handelns verlegt und kennen offenbar nur noch einen Weg, sich selbst und ihre Produkt am leben zu halten: Sie streichen Stellen, bis keiner mehr was Lesenswertes schreiben kann.

Vom allzu stillen Ende einiger Revierzeitungen

6. Oktober 2015 – Klar, kommt auf die Definition an. Aber genau genommen gibt es keine ehemals WAZ- zu Neudeutsch Funke-Gruppe mehr im Revier. Alle Nachrichten von überregionaler Streuwirkung kommen seit heute (6. Oktober 2015) nicht mehr aus der einstigen Zentrale in Essen, sie kommen von nun an aus Berlin, wo eine brandneue Zentralredaktion alle Titel versorgt, von der Westfälischen Rundschau (die ohnehin nur als hohler Zahn still einen konzerninternen Dauerschmerz abstrahlt) über die Westfalenpost, die NRZ bis zur WAZ versorgen unter der Leitung von Jörg Quoos mal gerade die Hälfte der einst über 100-köpfigen Redaktionstruppe (nur noch 70 Prozent aus vormaligen Funke-Redaktionen) ihre Kolleginnen und Kollegen im fernen Ruhrgebiet mit Zentralthemen. Hierzulande schmälert sich die Zahl der originären Blätter zwar nur um vier, aber um ordentlich Auflage. Aber immerhin weist der Restfunken der einst stolzen WAZ-Gruppe eines – wenn auch ziemlich spät – nach: Das Herz von regionalen Zeitungen schlägt und schlug schon immer im Lokalen. Die sich selbst gern in die Totalüberschätzung begebenden Zentralen kann man offenbar getrost an die Spree verlagern.

DJV warnt Arbeitsministerin Nahles vor
Aufweichung der Vorschriften zu Leiharbeit

27. Juli 2015 – Das sozialdemokratisch geführte Arbeitsministerium plant nach Informationen des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) anscheinend eine Novellierung des Gesetzes zur Zeitarbeit. Der DJV warnt Arbeitsministerin Andrea Nahles eindringlich davor, dass eine “Ausdehnung der bisher geltenden Befristung der Zeitarbeit über 18 Monate hinaus” dem Missbrauch Tor und Tür öffnen werde. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken kritisiert einen „Freifahrtschein für Medienunternehmen, die Leihredakteure zur Profitmaximierung einstellen“. Den Verlagen, die Leiharbeitnehmer beschäftigten, gehe es nicht um den Ausgleich von Arbeitsspitzen, für die das Gesetz eigentlich vorgesehen sei. In solchen Unternehmen werde Leiharbeit vielmehr als Instrument zum Tarifdumping genutzt. Schon heute sei die Auflistung der aktuellen Tarifumgehungen in Verlagsunternehmen beim DJV lang. Hier nachzulesen:

Derzeit ein verbreitetes Stimmungsbild auf dem Peleponnes: Die deutsche und  europäische Flagge  werden halbmast betrachtet. Die griechische steht hoch am Mast. Symbol für die schwindende Akzeptanz für mancher aktuellen Äußerungen aus dem Europa-Raum. - Foto: Reinhard Jacob

Derzeit ein verbreitetes Stimmungsbild auf dem Peleponnes: Die deutsche und europäische Flagge werden halbmast betrachtet. Die griechische steht hoch am Mast. Symbol für die schwindende Akzeptanz für dieser aktuellen Äußerungen aus dem Europa-Raum. – Foto: Reinhard Jacob

BILD buchstabiert Referendum
DJV fordert: Schluss damit

3. Juli 2015 – Das helenophobe Lei(d)torgan der Republik buchstabiert für seine Leserschaft “Referendum” und fordert sie zum Mitmachen auf: Analog zu Griechenland wollen die BILDhaft-Macher wissen, ob “der Deutsche” sein sauer verdientes Geld auch weiterhin “dem Griechen” und seiner panhellenischen Frührente oder sonstigen Vorurteilsnahmen zur freien Verfügung stellen mag. In über 40 Jahren gelebten Journalismus habe ich selten so viel publizistische Selbsverblödung gelesen. Der Deutsche Journalistenverband nimmt klar Stellung zu Kai Diekmanns jüngstem Leitlinien-Flachsinn. Die Journalistenvertretung schreibt auffordern: Der DJV fordert die ‪‎BILD‬-Zeitung auf, ihr so genanntes „Referendum“ zur ‪‎Griechenland‬-Unterstützung zu stoppen. Chefredakteur Kai ‪#‎Diekmann‬ entfernt sich damit wiederholt von seinem Auftrag als Journalist und macht selber Politik. Das ist nicht seine Aufgabe! Wäre ja auch furchtbar, wenn solche vom wilden Affen gebissene toitschtümelnde Populisten als Abgeordnete aufträten.

BILD jammert über GDL-Weselski: Der war ja nicht mal in der SED

5. Mai 2015 – Wie sich die Zeiten ändern. Da kann der BILD-Autor seinen Tränendrang kaum bremsen. Claus Weselskys, der Sachse aus Pirna (O-Ton Bild “… wo Deutschland fast schon zu Ende ist) – GDL-Chef mit 23 Jahren Gewerkschaftsvergangenheit – er verweigerte hartnäckig den Eintritt in die SED als es die noch gab. Und das obwohl Mutter an einer Schule tätig war und der Herr Papa eine LPG leitete. So was Unlinientreues aber auch. Früher hätte das Blatt ihn in ein Fähnlein der Aufrechten gesteckt und frenetisch bejubelt. Aber heute, wo der unartige Einzelgänger Weselsky den Aufschwung der Republik streikend bremst, ist das ein übler Individualist, der sich weder anpassen kann noch artig den Weisungen eines blöden Staatskonzerns folgt. Nee, nee, so was aber auch. Da bleibt die Kanzlerinnen-Gazette ganz in einer Reihe mit denen, die damals die Privatisierung der Bahn betrieben und heute wimmern, dass es ja keine Beamten mehr unter den Lokführern gibt. Die haben den Vorzug, nicht streiken zu dürfen. Gleichzeit wird so gern das Vorurteil von den faulen Beamten bedient. Ja watt denn nu?

Lübben macht Westfalenpost und WR parallel

30. April 2015 – Die Funkes lassen sich immer mal was Neues einfallen. Jost Lübben, 50-jähriger Chefredakteur der Hagener Westfalenpost, kriegt zusätzliche Arbeit. In Pertsonalunion übernimmt er nach einem Bericht des Medienportals kress auch die Redaktionsleitung der hohlleibigen Westfälischen Rundschau. Kann man beides sicher schaffen, denn sein Interesse an der WR dürfte ergänzungsbedürftig sein und die Zombie-Zeitung hat ja auch herzlich wenig Redaktion, die er zu leiten hätte. Nein, liebe Leserin, hochbeachteter Leser, Karneval ist vorüber. Obwohl, in Köln gibt’s besonders zu dieser Gelegenheit gern auftretende “Rote Funken” (WR) und “Blaue Funken” (WP). Und den Insolvenzantrag in Sachen WR gibt’s ja auch noch.

Malte Hinz verlässt die Funken-Truppe

14. April 2015 – Das Medien-Portal Kress berichtet: “Jetzt verliert die Tageszeitung mit Stammsitz Dortmund (Zeitungs-Zombie Westfälische Rundschau) auch ihren Chefredakteur. Nach Informationen von kress.de hat Malte Hinz die Funke Mediengruppe diese Woche verlassen. Seit 1977 war er bei der einstmaligen SPD-Gazette, gegründet von  Fritz Henßler, Paul Sattler und Heinrich Sträter. 2008 wurde er WR-Chefredakteur.

Siggi sagt’s (1)

Die Website des DJV (Deutscher Journalisten-Verband) veröffentlicht: “Bei der Verleihung des Siebenpfeiffer-Preises an den Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald am 15. März in Homburg lobte Laudator Sigmar Gabriel den Mut des Preisträgers, der die Snowden-Dokumente veröffentlicht hatte. (…) Derselbe Gabriel sprach sich im Interview mit dem Deutschlandfunk für eine Light-Version der Vorratsdatenspeicherung aus. Gesendet wurde das Gespräch am Tag der Preisverleihung.” Ist ja schon ein wenig verwunderlich, oder liegen solche Widersprüchlichkeiten daran, dass die eine Aussage bei einer öffentlichen Veranstaltung fiel und die zweite bei einem staatstragenden Interview?

Ach, jetzt doch? Die Rundschau geht in die Insolvenz

 

Die Familienzeitung

26. September 2014 – Das Medienportal kress meldet: Es gibt doch keine Lösung für die “Westfälische Rundschau“. Der Westfälische Zeitungsverlag hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Zu diesem Schritt sieht sich die Funke Mediengruppe gezwungen, nachdem das Bundeskartellamt angekündigt hatte, Kooperationen mit dem Medienhaus Lensing zu untersagen (kress.de berichtete). Von der jetzigen Insolvenzanmeldung seien keine Beschäftigungsverhältnisse berührt, heißt es bei Funke am Freitag.

Ach, gab es denn noch Beschäftigungsverhältnisse? Doch, eines gibt es noch, das von Chefredakteur Malte Hinz. Schön, dass die “tote Funken” schon mal vorab versprechen, dass sein Beschäftigungsverhältnis unberührt bleibt. Ich würde das total wörtlich nehmen.

Ticken die noch richtig?

25. Juni 2014 – Reuters berichtet: Zeitungsverlage werden nach “Arbeitsministerin” Andrea Nahles in Sachen Mindestlohn bei Boten ihrer Produkte behandelt wie Privatpersonen. Damit’s nicht so teuer wird, Menschen anständig zu bezahlen. Gibt dann wohl bessere Presse für Bruchlandungen, und derer werden ja wohl noch einige kommen.

Nun ging den Funkes der Reitz verloren

WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz steht nach Medienmeldungen vor dem Ende seines neun Jahre währenden Engagement bei der Funke-Mediengruppe. Der Sparfuchs, Entdecker neuer Strukturen (neu?) wie zentraler Konzerndienstleister wie Newsdesks, unter dessen Regie sich die Gruppenauflage in NRW fast halbierte, ist nicht mehr der Held aller Funken. Andreas Tyrock, drei Jahre jünger als die Reitz-Figur, soll angeblich Nachfolger werden. Er kommt vom Bonner Generalanzeiger. Spricht ja für konservative Konstanz: Reitz war bei der Rheinischen Post, bevor in die WAZ reizte.

Klaus Schrotthofer neuer Geschäftsführer bei Mediengruppe Neue Westfälische

Klaus Schrotthofer, früherer Chefredakteur der Westfälischen Rundschau, dann Geschäftsführer der Thüringer Engagements der damaligen WAZ-Gruppe ist ab 1. März 2014 Geschäftsführer der Mediengruppe Neue Westfälische in Ostwestfalen. Der Zeitungsprofi – früherer Pressereferent von Johannes Rau, als der Bundespräsident war -freut sich nach eigenem Bekunden auf diese neue Herausforderung bei einem Traditionshaus. Das berichtet finanzen.net.

Funkes müssen Funk-Uhr schon wieder verkaufen

23. Januar 2014 – Scheiß-Deal: Die Funke Gruppe (früher WAZ) muss beim großen Springer-Deal vier Programm-Zeitschriften gleich weiterverkaufen, damit das Bundeskartellamt dem Gesamtpaket seine Zustimmung gibt, berichtet Medien-Insider Kai-Hinrich Renner im “Handelsblatt“. Drei Springer-Titel, “Funk Uhr”, “TV neu” und “Bildwoche” nebst der verlagseigenen “Die Zwei” gehen für angeblich 50 Millionen Euro an die Mediengruppe Klambt. 90 bis 100 Mio Euro soll Funke dafür bezahlt haben. Wow, sind das Klasse Manager!

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