dörflichter – ein Gedicht von Karl Feldkamp

im zwielicht des novemberabends
erfrieren verschleierte augenblicke
vorm horizont im grellen wolkengelb
zittern bewegte vogelstimmen
heimkehrende nachbarskinder
zerlachen die vorabendstille
promenadenmischlingshündin irma
von feierabendbäuerin hedwig zerrt
klirrend an ihrer rostigen kette
straßenlaternen beginnen flackernd
der zeit zeugnisse zu diktieren
hinter gehäkelten gardinen flimmert blau
das nächste vorabendprogramm und
im kegel der traktorscheinwerfer
liegt in der gosse zwischen
buntem herbstlaub ein toter kater

gegen einundzwanzig uhr dreissig
fällen klappernd die letzten rollladen
die tagestodesurteile

Karl Feldkamp wurde 1943 in Lübeck geboren und lebt seit 2011 In Engelskirchen-Wallefeld. Er schreibt Lyrik, Prosa, Satire, Aphorismen und Rezensionen. Bisher veröffentlichte er 5 Bücher, (darunter AngstAugen, Dittrich Verlag, Köln 1997) ein E-Book, ein Hörspiel sowie Lyrik und Prosa im In- und Ausland in Literaturzeitschriften, Schulbüchern, Anthologien und im Rundfunk.
2 Bücher gab er zudem heraus. Er erhielt den Xylos-Lyrikpreis 1981, 2009 den Preis des Stadtverbandes Kultur Bergisch Gladbach Der Bopp. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) sowie in diversen Kulturinitiativen. Sein Motto: Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.

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