Blick auf Visionen und Realitäten – Visitation der Evangelischen Kirchengemeinde in Massen

Die Visitierenden um Superintendent Hans-Martin Böcker (3.v.r.) und Mitglieder des Presbyteriums tauschten sich über die Ergebnisse der Besuche beim Empfang aus.

Unna-Massen. Eine Woche besuchte der Evangelische Kirchenkreis Unna die Evangelische Kirchengemeinde Massen. Fast 40 Einzelbesuche standen auf dem Programm: Spielstube, Frauenhilfe, Schulen und Gottesdienste – sie alle wurde visitiert von einem insgesamt 20köpfigen Visitationsteam. Erste Rückmeldungen über die Erfahrungen erhielt die Gemeinde zum Abschluss der Visitation am 15. Oktober.

Über die erste Rückmeldung zur Visitation von Superintendent Hans-Martin Böcker (l.) bedankte sich Pfarrer Detlef Main.

Der Rückblick auf die Visitationswoche am abschließenden Sonntag wurde eine Zeitreise in die Zukunft. Was ist in zehn, in zwanzig Jahren? Welche Schritte müssen wir heute bedenken, welche Ideen vorantreiben? Ein bisschen Science-Fiction nahm eine Präsentation auf. Dort wurde die Visitation medial und mit Augenzwinkern, angelehnt an einen Kinofilm, aufgearbeitet. Auf die Fragen nach dem zukünftigem Gemeindeleben gab es Hinweise im ersten Resümee von Superintendent Hans-Martin Böcker.

So schön ist die Friedenskirche im Abendlicht.

„Wir haben gespürt: Ihr lebt in Frieden und Fürsorglichkeit. Und das hat Auswirkungen. Ein Klima überträgt sich,“ so Hans-Martin Böcker. Gerade die Auswirkungen auf das Gemeinwohl auch über den Kirchplatz hinaus zeichne diese Gemeinde aus. Die diakonischen Projekte Lebenslotse oder die Spielstube seien hierfür gute Beispiele. Bereits in der Predigt klang an, welche Prioritäten im Gemeindeleben gelten: “In Massen kann man das spüren an vielen Orten. Dass Menschen im Mitmenschen Gott erkennen und sich ihm zuwenden.“ Doch es bleiben Dinge im Ungewissen und müssen neu ausprobiert werden. So steht in der Kirchenmusik vielleicht ein Neuanfang an. Hans-Martin Böcker ermutigte hier zu ganz neuen Wegen: „Die Friedenskirche Unna-Massen als Popkirche des Kirchenkreises. Das wär doch was!“ Auch andere neue Formen der Gemeindearbeit hätten hier gute Chancen, neue Früchte zu tragen, sagte er mit Blick auf „Fresh expressions of church“, einer Bewegung aus England, der man gerade in Massen hohe Aufmerksamkeit schenkt.

Veränderungen bringen auch immer Bewegungen und Verunsicherungen mit sich. Gerade der frühe Beginn einer Neuausrichtung für die nächsten Jahre sei begrüßenswert. Doch riet Böcker, nicht zu früh durch Überlegungen, die ganz schnell öffentlich würden, Fakten zu schaffen. Bei allen anstehenden Entscheidungen solle man in den Beratungen ergebnisoffen argumentieren. Der erste Bericht wird nun ergänzt durch ausführliche Berichte aller Visitierenden. Daraus entsteht ein Abschlussbericht, der dem Presbyterium dann Ende des Jahres vorgelegt wird.

Die Visitation dient der Bestandsaufnahme und der Vergewisserung auf welchem Weg sich eine Gemeinde befindet. Sie ist ein Instrument der Qualitätssicherung und Beratung einer Gemeinde,. Dabei besuchen Fachfrauen und-männer des Kirchenkreises einzelne gemeindliche Einrichtungen und das Umfeld der Gemeinde. Die Gemeinde selbst nennt mögliche Schwerpunkte des Besuches. Geleitet wird die Visitation durch den Superintendenten.

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