„Letzte Ruhestätten in Unna“ im Wandel der Zeit

Viele Grabstellen sind offenbar schon lange aufgelassen.

Unna. Unter dem Titel „Letzte Ruhestätten in Unna“ wird Ida Semleit, Leiterin der Friedhofsverwaltung in Unna, sich mit der Geschichte und der heutigen Bedeutung der Friedhöfe in unserer Stadt befassen. Es gilt nicht nur die großen, bekannten Friedhöfe der Stadt zu entdecken. Ida Semleit wird uns auch zu den kleinen, versteckten unbekannten (vergessenen?) Friedhöfen führen.

Friedhöfe sind Symbole der persönlichen und gesellschaftlichen Erinnerungskultur einer Zeit. Während frühere Generationen, wenn sie es sich leisten konnten und der gesellschaftliche Stand es gebot, mit besonderen, häufig monumentalen Grabstätten dem allgemeinen Vergessen entgegen zu wirken versuchten, ist seit vielen Jahren ein gegenläufiger Trend zu erkennen. Die heutige Generation hat, so scheint es, den Wunsch, Orte des Erinnerns aufzulösen und das Vergessen noch zu Lebzeiten von Angehörigen zu beschleunigen

Die Urnenbestattung, früher nur vereinzelt und als bewusst gesetzter Widerspruch gegen die von der Mehrheit geübte, religiös begründete Erdbestattung praktiziert, ist heute eine vielfach angewandte, unbestrittene Bestattungsform. Waren und sind die Gräber auf unseren Friedhöfen noch konkrete, greifbare Orte der Erinnerung an die Verstorbenen und der Verbundenheit mit ihnen, löst die schnell um sich greifende Friedwald-Bewegung diese realen Bezugspunkte mehr und mehr auf. Die Seebestattung, die immer häufiger praktiziert wird, löst schließlich auch diesen Bezugspunkt auf.

Es wird interessant sein zu erfahren, ob und wieweit diese Entwicklung auch auf den Friedhöfen nachvollziehbar ist.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Kostenbeitrag beträgt wie immer für Mitglieder 2,00 € und für die übrigen Besucher 3 €.

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