Brief aus der Toscana von meinem ältesten Freund aus Jugendzeiten

Das Leben lässt sich so bestens aushalten. Foto: Winfrid Parkinson

Hagen/Toskana. Lieber Rudi,

Du bist sicher nicht so richtig begeistert vom neuen Stand der Dinge, aber nun ist die Situation – wie unser aller Adenauer gesagt hätte – eben da (wo viele sie nicht haben wollten). Ich habe natürlich viel an Dich gedacht in den letzten Tagen – aber da war ja auch kein Wunder mehr zu erwarten.

So viel zum Thema Politik und Wahl, aber es gibt ja auch noch anderes. Wie geht es Dir denn immer im neuen Gehäuse? Gibt es denn die nette Frau Wegener noch? Wir haben ja schon lange nicht mehr telefoniert, zuletzt konnte ich Dich nicht erreichen, und mittlerweile haben wir uns eine Weile in der Toskana eingerichtet – ganz gemütlich unter Pinien nah am Strand.

Marlies streift umher und fotografiert inzwischen öfter als sie Hölzer sammelt, und in schöner Regelmäßigkeit widmen wir uns dem Vino oder dem Cappuccino. Mich hat die letzten Tage vor allem ein Buch eines Finnen begeistert, den man wohl auch als literarischen Gefährten von Aki Kaurismäki verstehen kann – Petri Tamminens „Meeresroman“. Nur gut 100 Seiten, aber oho. „Er hatte sagen hören, ein Mann werde mit dem Alter immer besser, aber seine Verbesserung bekamen in jenen Jahren nicht viele zu Gesicht, weshalb er glaubte, es sei gewissermaßen eine vergebliche Verbesserung.“

Ein bisschen schade ist es natürlich, daß wir uns so selten unserer Verbesserungen versichern können, aber wer weiß – wir sollten jedenfalls nicht Nachlassen.

Ich hoffe, Du erfreust Dich besserer Gesundheit als bei unserem letzten Treffen und grüße mit Marlies bis demnächst,

Dein Parker

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