Das Beste im Leben gibt es gratis – Dr. Alfred Buß predigt auf Kreiskirchentag in Unna

Alfred Buß

Unna. In seiner Predigt zum Kreiskirchentag am 23. September in Unna erinnert Dr. h.c. Alfred Buß an die vier Glaubensprinzipien Luthers und der Reformation: Wir sind frei, allein durch den Glauben, allein durch Christus, allein durch die Schrift, allein durch die Gnade. Jeder Mensch brauche Anerkennung, so Buß. Ob im öffentlichen Leben oder privat – Menschen strengten sich stets an, Aufmerksamkeit zu erhalten. „Was gäben wir darum, mal nichts beweisen, nichts rechtfertigen zu müssen. Wir haben eine Sehnsucht nach einem Ort, wo wir einfach da sein dürfen.“ Doch diese Suche treibe auch unselige Blüten, mit Dreistigkeit und Ellenbogen seien die Methode von heute oft mit dem Ablasshandel zu vergleichen, den Luther anprangerte. Den vielen Versuchen, selbst Anerkennung zu erwirken, stellt er Gottes Zuwendung zu den Menschen entgegen: „Zwischen Gott und Mensch, zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf geht’s um eine lebendige Beziehung, die das Herz froh macht und es wärmt, nicht um materielle Dinge, nicht um Statussymbole, nicht um Leistungen, die vor der Welt Anerkennung geben mögen.“

Es sei eine wesentliche Erkenntnis der Reformation, dass, wer erfahren wolle, wer Gott ist, auf Christus schauen dürfe. Ein überdimensionales Taufkleid verbildlichte den Zuhörern der Predigt dies. Allein die Schrift, Gottes Wort, sei dabei der Maßstab für unser Handeln, auch wenn die Auslegung der alten Texte oft viel Unsinn mitgebracht hätte, gar bei Luther, wenn er gegen Hexen, Bauern oder Juden hetzte. „Wer sich mit Haut und Haar auf Gottes Wort einlässt, wird erfahren: Das Beste im Leben gibt es gratis. Geschenkt. Wir haben unser Leben empfangen. Keiner hat sich selber ins Leben gerufen.“ Als Zeichen hierfür erhielten alle einen Vers aus der Bibel aus den Tageslosungen des Jahres 2017.

Allein die Gnade Gottes mache Menschen ansehnlich und schön, sagt Alfred Buß. „Selbst Unansehnliche. Sünder. Selbst solche wie uns, die wir einander gerne taxieren, beurteilen und uns ständig rechtfertigen.“ Während dieser Worte hüpfte eine großer Ball in Form einer lächelnden Sonne über die Köpfe der Gottesdienstbesucher. Sola gratia – allein durch die Gnade, das bedeute, Gott sagt dir: „Bei mir biste scheen!“

Die Predigt war eingebunden in Musikstücke aus der Reformationskantate „Ein feste Burg“ von Stephan Langenberg. Ein Kreisposaunenchor und ein Projektchor hatten sich hierfür eigens gebildet. Die musikalische Leitung hatte Kreiskantorin Hannelore Höft. Durch den Gottesdienst führte Superintendent Hans-Martin Böcker.

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