Les deux Magots – ein Gedicht von Heinrich Peuckmann

Manchmal kommt einem kein Sinn in den Sinn: Nur einer: Er ist ein Bohèmien.

Alles schon gesagt, bedenke das
geschrieben von den Besten
was könntest du ergänzen, jetzt
wieder hier nach über

vierzig Jahren. Paris, die Tuilerien
Saint-Germain des Prés, selbst das
Café von Sartre, der Beauvoir, von all
den anderen, es ist noch da

Unglaublich. Nur das Filet, es
schmeckt nicht mehr wie früher
und die Studentin, die dich
begleitete für zwei, drei Tage

sie fehlt. Sie wollte malen
du wolltest schreiben, ach
eure Pläne damals. Ob sie es getan hat
ob sie Malerin geworden ist

vielleicht eine Bekannte?
Ihr Name, ihr Gesicht
verschwommen wie ein Bild von
Claude Monet in der Orangerie

Das ist es, denkst du plötzlich, was
du ergänzen könntest zu Paris
deine Hoffnungen von damals
deine Träume, Anteil zu nehmen

an der Bohème. Wie sie es
taten, die Großen damals, die Gréco
Boris Vian, die Maler
nicht nur Picasso, nein

viele andere mehr. Bohème denkst du
was für ein Traum und lachst, nicht
dieses Café, nicht Les deux Magots
nicht Saint-Germain des Prés

Dein Café, es liegt in Kamen
Blick auf den Markt, nicht
schlecht, doch meilenweit entfernt
von dem, worauf du hofftest

Mit wenigen lohnen Gespräche
über Kunst, das ist deine Bohème
das blieb von deiner Hoffnung
die du vergessen hattest

über Jahre, ach so viele
Ein Gläschen Wein, einen
Kaffee, genau wie sie, genau wie
du damals, doch keine Bohème

nicht hier, nicht wo du wohnst
Was hattest du erhofft
von der Provinz? Doch deine
zweite Hoffnung, fällt dir ein

der Wunsch zu schreiben, ja den
hast du dir erfüllt. Und mehr
als das! Wie viele Texte
Romane, Gedichte bis jetzt

wie viele noch? Du hast
getan, was du tun konntest
Du hattest zwei Hoffnungen, die
eine unerfüllbar, an die du dich

erinnerst, hier in Saint-Germain, wo
einmal Wiesen blühten, im Café der Händler
der Magots, wohin sie alle kamen, die
Bekannten und viele mehr. Und zweimal

auch du. Alles schon gesagt von
dieser Stadt, von all den Großen. Nur
deine kleine Hoffnung nicht, unerfüllbar
die nicht. Paris erinnert dich daran

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