UKBS setzt auf Energiewende – Bau von 28 Wohnungen in Kamen mit bewährter Technologie

Die UKBS hat in Kamen Großes vor. Ihre Kamener Größen sind zufrieden.

von Egbert Teimann

Kamen. Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) setzt weiterhin auf die Energiewende und somit auf neue Technologien. Ursprünglich hatte die in der Kreisstadt Unna ansässige Unternehmen den Plan, in einem autarken Solarhaus auf dem Gelände an der Wilhelm-Bläser-Straße in Kamen 28 neue Wohnungen zu errichten und diese mit Wasserstoff-Technologie zu versorgen – zum jetzigen Zeitpunkt ein Novum in der internationalen Bauwirtschaft. Doch davon nimmt die kommunale Wohnungsgesellschaft des Kreises Unna jetzt Abstand, das Projekt wäre technisch hoch komplex und zu teuer gewesen. Zwar bleibt es bei dem geplanten Bau der neuen Wohnungen, doch bei der Versorgung soll mit einem sog. Eis-Energiespeichersystem vielmehr eine bereits bewährte Variante den Vorzug erhalten.

Damit setzt die UKBS eine am Markt erprobte innovative Energieversorgung ein, wie Verkaufsleiter Rainer Schmalenberg vom Kooperationspartner Viessmann erklärte. Er verwies dabei u.a. auf das Nautische Zentrum Hamburg und andere Projekte in der Bundesrepublik, die mit einer solchen Technologie arbeiten. Für den Kreis Unna sei es das erste Projekt dieser Art.

Dabei werden auf dem Dach-Solarfeld des neuen Wohnprojektes die Module aufgesetzt, um eine effiziente Sonneneinstrahlung zu erhalten und zudem aus der Luft Energie zu saugen. Diese Energie wird dann gespeichert und kann zeitversetzt jederzeit abgerufen werden. Der Wohnkomplex kann also stets mit Wärme und Kälte versorgt werden. Überkapazitäten können zudem zwischengelagert werden. „Einfach und äußerst effizient“, so kommentierte UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer diese Variante, die letztlich auch kostensparend sei für die Mieter. Zudem, so Fischer weiter, biete sich an, das Haus mit „Zapfsäulen“ für Elektro-Automobile zu versehen.

Eng gestaltet wird mit diesem Vorhaben eine kommunale Zusammenarbeit; denn auch die Gemeinschafts-Stadtwerke sitzen mit am Tisch. Geschäftsführer Jochen Baudrexl sieht in der Wohnungswirtschaft den „geborenen Partner“ der Energieunternehmen. Seinen Worten nach übernehmen die Stadtwerke hier Verantwortung, finanzieren und betreiben die Anlage. Baudrexl: „Wer in dem Haus wohnt, muss sich über Zusatzkosten keine Gedanken mehr machen; Wärme und Kälte sind im Mietpreis enthalten“.

Wie wirken sich die Veränderungen gegenüber den Ursprungsplanungen nun aus? Architekt und Dipl.-Ing. Joachim Hellmeister (Düsseldorf) gab Auskunft und schilderte, dass die Thematik des gesunden Bauens mit diesem Projekt in den Vordergrund gerückt werde. Das kompakte Gebäude hat die Ausmaße von 30 mal 30 m und verfügt über ein Unter- und vier Obergeschosse und hat eine Wohnfläche von 2.100 qm. Es zeichnet sich durch eine deutliche Verbesserung der Belichtung aus, verfügt über eine Haupttreppe und ist natürlich auch mit Aufzügen versehen. Für einen behindertengerechten Zugang sorgt eine Rampe. Große Transparenz steht im Vordergrund, so dass auch jederzeit Blickkontakt zu den Geschossen gegeben ist. Eine Begegnungsfläche bietet beste Möglichkeiten, Nachbarschaft zu pflegen.

Die Wohnungen haben eine Größe von 70 bis über 90 Quadratmetern. Jede von ihnen erhält eine Loggia als sogenannte „Holzbox“. Der besondere Clou: Das Erdgeschoss wird angehoben, befindet sich also nicht zur ebenen Erde, ist also – so der Architekt – die „Bell Etage“ des Komplexes. Selbstverständlich stehen den Mietern auch Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Carports zur Verfügung. Die Kosten für das gesamte Vorhaben bezifferte UKBS-Chef Fischer mit rund sechs Millionen; Baubeginn sei im ersten Halbjahr 2018. Darüber freute sich auch Bürgermeister Hermann Hupe, der vor allem die kommunale Kooperation als Garant für den Erfolg sah.

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