Produktionsschule Hamm lädt zum Tag der offenen Tür: Junge Beschäftigte stellen ihre Arbeit und Produkte vor

Radbod in Hamm, das benachbarte Stück Industriekultur.

Kreis Unna/Hamm. Zu einem Tag der offenen Tür lädt zu Donnerstag, 6. Juli, die Werkstatt im Kreis Unna in ihre Produktionsschule Hamm ein. Von 11 bis 15 Uhr sind alle Interessierten willkommen, sich von dem Bildungsprojekt der Produktionsschule für Jugendliche ein Bild zu machen: Das Programm reicht von einer Führung durch das Maschinenhaus der ehemaligen Zeche Radbod über eine Ausstellung und den Verkauf von Produkten aus Beton, Stoff und Upcylingmaterialien sowie der Vorstellung der Projektinhalte durch die Mitarbeiter und Beschäftigten.

„Was vor zehn Jahren als ein Modellprojekt der Werkstatt im Kreis Unna in Unna begann, ist heute ein fester Baustein im neuen Übergangssystem zwischen Schule und Beruf“, sagt Marion Velikonja, Abteilungsleiterin bei der Werkstatt im Kreis Unna. Das Lernen im Prozess an realen Aufträgen richtet sich an junge Menschen, die noch auf der Suche nach dem passenden Angebot der Berufsorientierung sind und Unterstützung bei der Perspektivplanung benötigen.

In der Produktionsschule wird den jungen Menschen dieser Zugang zu Aus- und Weiterbildung ermöglicht: Die jungen Beschäftigten in der Produktionsschule Hamm akquirieren und planen die Auftragsarbeiten im Team mit den Fachanleitern und Pädagogen.

Sie können in zwei Disziplinen Erfahrungen sammeln. Im Bereich Bau steht die Sanierung des Maschinenhauses der Schachtanlage Radbod im Fokus. Sie erstellen aus Beton, Stahl und Holz Bauteile, die in das Gebäude integriert werden und erledigen Putz-, Maler- und Mauerarbeiten. Im Textil- und Kreativbereich erfüllen die Jugendlichen Aufträge für Kindergärten – wie Kleidung, Kostüme, Schürzen oder Kissen – von der Produktentwicklung über den Kundenkontakt bis hin zur Ausführung. Neben der sozialpädagogischen Begleitung und Praxisunterweisung erhalten die Jugendlichen nach individuellem Bedarf Förderunterricht sowie Bewerbungstraining.

Die Produktionsschule Hamm wird von der Europäischen Union, dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, dem Europäischen Sozialfonds in NRW und dem Kommunalen Jobcenter Hamm finanziert. Die Sanierung des Maschinenhauses der Zeche Radbod erfolgt in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Produktionsschulen richten sich an junge Menschen, die keine Ausbildungsstelle oder Arbeit finden. Häufig fehlen Schulabschlüsse, und negative Schulerfahrungen blockieren den Start in Aus- und Weiterbildung. Produktionsschulen sind organsiert wie kleine Unternehmen. Sie arbeiten an realen Aufträgen, z.B. für gemeinnützige Einrichtungen. Jeder Auftrag enthält Anforderungen an Fachwissen, z. B. in Mathematik oder Fachsprache, der Auftrag schafft somit den Lernanlass und Lernen erfolgt im Prozess der Arbeit. Die Jugendlichen akquirieren die Aufträge selbst und sind auch in die Kundenabnahme einbezogen. So entstand beispielsweise ein neuer Bolzplatz für Flüchtlingskinder im Integrationszentrum in Massen. Die Werkstatt verfügt in der Region Dortmund-Kreis Unna und Hamm gegenwärtig über 180 Plätze in diesen Bildungseinrichtungen.

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