Kommentar – Tim Scheideler, ein lebendiges Stück alltäglicher Loyalität

Hans-Jürgen „Tim“ Scheideler.

In diesen, manchmal nachdenklichen, Tagen fällt mir sehr gern ein, dass es einen Menschen in der SPD-Fraktion gab, der nicht allein den unschätzbaren Vorteil hatte, mit mir ein glühender BVB-Fan zu sein, sondern auch den, im wahren Wortsinne ein „harmloser“ Mensch zu sein. Für jeden, der das missverstehen will, sei gesagt, er ist stets ein Mensch frei von Harm, jemand, der ohne üble Hintergedanken etwas tut, ihm ist ein Handeln aus Falschheit fremd. Umso mehr ärgert es mich als Freund, dass Hans-Jürgen Scheideler, den sie alle „Tim“ nennen, sich nun öffentlich – wenn auch ohne konkrete Namensnennung – Rüpeleien ausgesetzt sieht, die so gar nicht dem entsprechen, was ihn als „grundehrliche Haut“ skizziert. Und die ist er, wie kaum ein zweiter.

Mein lieber Freund Tim, ich würde ja gern den Spruch bemühen, dass die Eiche gelassen reagieren sollte, wenn sich jemand reibt, dem die Schwarte juckt. Aber das zu tun, verbietet mir die Höflichkeit. Obwohl es mich ja schon reizt, der einen oder dem anderen mal was Wahres zu sagen. Aber ich fürchte, dass deren chronische Realitätsferne ihnen den Verständniszugang versperrt. Dass diesem Tim Scheideler, der seit dem 1. April 1981 Ratsmitglied in Unna ist, der als Lehrer am PGU manche Schülergeneration lehrte, was korrektes Verhalten im Alltag ausmacht, und dass eine Causa nicht dazu in der Lage ist, ihrerseits mäßigend zu seinen Gunsten einzugreifen, sagt mir, wie ernst ich manche öffentlich vorgetragene Beteuerung sozialdemokratischer Werte nehmen muss. Die habe ich werthaltig kennengelernt, bei und durch Tim, wenn er wider besseres Wissen seinem damaligen Vorsitzenden in kontrovers geführter Debatte die Haut rettete, wenn er mäßigen sein Wort machte, für die Standpunkte solcher, die noch heute darüber nachdenken müssen, was sie überhaupt in die Arme der SPD trieb. Alle, die sich heute gern mal darin sonnen, der Partei ihr Herz zu leihen, waren fern einer tätigen Mitgliedschaft, als Tim das stets lebte, was er als SPD-Mensch erlernte.

Eines hat Tim nie erwägt, auch nicht im Entferntesten: Illoyal gegenüber Menschen zu sein, mit denen er zusammen arbeitete. Eine E-Mail an die Vertreter der CDU zu schreiben und diese auf dem Wege zu bitten, gegen die eigene Fraktionsmeinung zu stimmen, das wäre ihm nie eingefallen. Es wirkt aber wie ein lebendiger Beleg dafür, wie wenig inzwischen manche von lokaler Politik verstehen, die sie glauben auszuüben. Aber sie seien entschuldigt. Im Vergleich zu Tim verfügen sie über in dieser Hinsicht über Erfahrungswerte, die mit leichtgewichtig nur unzureichend beschrieben sind.

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