Ausbildungsstart: Fachkraft für Lagerlogistik – Werkstatt-Berufskolleg bildet für die Zukunft aus

Jetzt bewerben: Das Werkstatt-Berufskolleg bildet Fachkräfte für Lagerlogistik aus.
– Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Kreis Unna. „Ich habe die Chance bekommen, einen anerkannten Ausbildungsberuf zu lernen und somit bessere Aussichten auf eine berufliche Zukunft“, sagt Simon Q. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz war er zunächst leer ausgegangen. Heute ist der 27-Jährige im dritten Jahr seiner vollzeitschulischen Lehre zur Fachkraft für Lagerlogistik beim Werkstatt-Berufskolleg. Am 6. März 2017 startet eine neue Ausbildungsklasse.

Im großen Logistikzentrum der Werkstatt im Kreis Unna trainieren junge Menschen den Berufseinstieg. In einer ausgefeilten Kombination aus Theorie und Praxis qualifizieren sich hier die Logistik-Fachkräfte, die nicht nur von den großen Lagerbetrieben der Region dringend gesucht werden. Drei Jahre dauert die Ausbildung, die das Werkstatt Berufskolleg seit 2015 anbietet. „Mit dem Angebot erfüllen wir die Nachfrage der heimischen Wirtschaft. Nicht nur Logistikfirmen, sondern auch viele andere Unternehmen brauchen qualifizierte Kräfte in der Steuerung ihres Güterumschlages und Nachschubs“, erklärt Dieter Schulze, Leiter des Berufskollegs.

Der Ausbildungsgang gibt gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Chance, die aufgrund von persönlichen und schulischen Handicaps bislang vergeblich eine Lehrstelle suchten. Ein qualifiziertes Team aus Lehrern, Sozialpädagogen und einem Meister der Lagerlogistik begleitet die Auszubildenden fachlich und persönlich durch die Höhen und Tiefen der Ausbildungsjahre. Gezielte Qualifizierungsmöglichkeiten für besonders benachteiligte Jugendliche gehören zu dem Programm, das bereits zum dritten Mal angeboten wird. „Die guten Ergebnisse der Zwischenprüfung zeigen, dass unser Konzept punktet“, sagt Bildungsgangleiterin Kerstin Ilsen. Auch Simon Q. zieht eine positive Zwischenbilanz: „Ich habe durch die Praktika in verschiedenen Unternehmen gute Einblicke in den Berufsalltag bekommen. Im Unterricht habe ich gelernt, wie ich mich motivieren kann, wenn ich mal nicht so gut drauf bin und die Arbeit monoton ist. Und ich habe schon den Gabelstaplerführerschein in der Tasche.“

Drei Tage in der Woche lernen die Teilnehmer im Logistikzentrum den kompletten Arbeitsablauf der lagerlogistischen Prozesse – von der Güterannahme über die Einlagerung der Güter, dem Gütertransport im Unternehmen bis zu Kommissionierung und Versand. Zwei Tage lernen sie im Berufskolleg: Deutsch, Kommunikation, Sport, Politik und Gesellschaftslehre, logistische Geschäftsprozesse, Organisation des Güterumschlages, Wirtschafts- und Betriebslehre, Datenverarbeitung, Englisch oder Französisch. Ein gezielter Förderunterricht in Kleingruppen hilft bei Lernschwierigkeiten. Im Herbst dieses Jahres wird Simon Q. seine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen und hat auch schon Zukunftspläne: „Wenn ich eine feste Stelle habe, werde ich mich auf jeden Fall im Bereich Logistik weiterbilden und spezialisieren.“

Die Agentur für Arbeit unterstützt den Ausbildungsgang. Wer Interesse hat, kann für einen Informationstermin gerne im Sekretariat des Werkstatt-Berufskolleg melden: Telefon: 02303 5888920, E-Mail: k.ilsen@werkstatt-berufskolleg.de.

WERKSTATT-Berufskolleg: Im Herbst 2013 startete das Berufskolleg der Werkstatt im Kreis Unna auf dem Gelände der Lindenbrauerei. Es richtet sich vor allem an Jugendliche ohne Schul- oder Berufsabschluss. Die Besonderheit: Theorie, Praxis und pädagogische Begleitung kommen aus einer Hand. 70 bzw. 120 Schülerinnen und Schüler nutzten in den ersten beiden Jahren in je fünf Klassen das Angebot, heute sind es 499 Schüler. Ein Team von 32 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet in den verschiedenen Ausbildungsgängen. Neben den Berufsvorbereitungsklassen mit Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bietet das WERKSTATT-Berufskolleg ein vollzeitschulisches Angebot in der Berufsfachschule mit beruflichen Kenntnissen Metall, Ernährung und Versorgungsmanagement, Wirtschaft und Verwaltung sowie die zweijährige schulische Ausbildung sowohl zur Staatlich Geprüften Servicekraft als auch zur Staatl. geprüften Sozialassistentin, und die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher an. Hinzu kommt seit zwei Jahren die duale Ausbildung zur Fachkraft Lagerlogistik. Die Kosten der Zwischenprüfung der Fachkräfte werden durch den Europäischen Sozialfonds gefördert.
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