Pilot-Projekt Mobiler Retter im Kreis ist schon jetzt ein rettender Erfolg

Landrat Michael Makiolla (Mitte) startete vor wenigen Wochen die Rettungs-App. Neben ihm rechts der Leitstellenchef  Jens Bongers . - Foto: Constanze Rauert

Landrat Michael Makiolla (Mitte) startete vor wenigen Wochen die Rettungs-App. Neben ihm rechts der Leitstellenchef Jens Bongers . – Foto: Constanze Rauert

Kreis Unna. Bereits einen Monat nach dem Start zeigt eine erste Auswertung: Das App-gestützte Projekt Mobile Retter kann mit hervorragenden Zahlen aufwarten. Besonders erfreulich findet die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Brigitte Cziehso die Zahl der beteiligten Ersthelfer: „Das sich bereits über 300 Freiwillige registriert haben, ist mehr als ein guter Start und zeigt wieder einmal die hohe Bereitschaft hier im Kreis Unna ehrenamtlich in Notlagen zu helfen.“

Ende vergangener Woche hatte sich die SPD-Kreistagsfraktion im Rahmen Ihrer Haushaltsklausur über den Start des Projektes informieren lassen. „Wir wollten dieses Projekt von Anfang an und werden uns auch in Zukunft auf dem Laufenden halten“, erklärt Brigitte Cziehso das Interesse ihrer Fraktion. „Die vorgelegten Zahlen sind jedenfalls in allen Punkten ermutigend“, so die Vorsitzende weiter.

Die per App informierten Mobilen Retter sind seit Projektstart am 10. Oktober bereits zu 67 Einsätzen gerufen und haben in zwei Drittel der Fälle auch vor Ort erste Hilfe geleistet, soweit dies bis zum Eintreffen des gleichzeitig alarmierten Notarztes notwendig war. Umgerechnet bedeuten diese ersten Zahlen, dass aus drei Alarmierungen pro Tag tatsächlich zwei Einsätze resultieren. Diese Quote ist vergleichbar mit dem Kreis Gütersloh, der bereits seit einem Jahr Erfahrungen mit dem Projekt sammelt.

„Hochgerechnet und verglichen mit den Gütersloher Zahlen können wir also binnen eines Jahres mit rund 1.000 Alarmierungen und circa 700 Einsätzen rechnen. Wenn damit auch nur ein Leben gerettet werden kann oder schwere Folgeschäden vermieden werden, hat sich das alles gelohnt“, folgert Brigitte Cziehso. „In den kommenden Monaten wird sich auch die ohnehin schon erfreulich hohe Zahl der registrierten Retter weiter entwickeln“, ist sich die Fraktionsvorsitzende sicher. Im Kreis Gütersloh sind derzeit rund 500 Ersthelfer angemeldet.

Die Helferinnen und Helfer selbst kommen aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus auch aus anderen Städten und Gemeinden. Allesamt sind sie für den Bedarfsfall ausgebildet, zum weit überwiegenden Teil bei den freiwilligen Feuerwehren des Kreises. Andere arbeiten in Krankenhäusern oder sind bereits bei den Hilfsdiensten, wie dem Deutschen Roten Kreuz aktiv.

Der Kreis Unna ist eine von fünf Regionen in der Bundesrepublik, die in diesem Projekt teilnehmen. „Wir leisten da echte Pionierarbeit. Und da sind wir auch ein bisschen stolz drauf“, lautet das Fazit der SPD-Fraktion.

Fakten:

Mobile Retter werden besonders bei Herz-Kreislauf-Stillstand benötigt. Bei diesen Fällen kommt es auf extrem schnelle Reaktionszeiten an um Leben zu retten oder Folgeschädigungen zu vermeiden.
Im Notfall werden deshalb durch die Leitstellen des Notruf 112 neben den regulären Rettungskräften auch die Mobilen Retter des Projektes per App aktiviert, wenn sie sich in der Nähe befinden. Alle Ersthelfer sind durch ihren Beruf oder etwa ihre ehrenamtliche Tätigkeit in freiwilligen Hilfsdiensten wie Feuerwehr oder DRK in der Lage qualifizierte Ersthilfe bis zum Eintreffen des Notarztes zu leisten.
Weitere Informationen auch über die Möglichkeit selbst aktiver Mobiler Retter zu werden finden Sie unter: mobiler-retter.de

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