Da gingen wieder wunderbare Wegbegleiter

Überall. Was für ein miserabler Beginn für ein fast strahlendes Wochenende: Die Mortalitätsrate wirkt schier erdrückend, regelrecht beängstigend. Es bleibt mir fast nichts anderes als in dieser Hinsicht meine eigene Betroffenheitsdichte als Ordnungsfaktor einzuführen und so die Wertigkeit irgendeines der zahlreichen Verluste zu beschreiben.

Da wäre – wie gesagt mich rein persönlich betroffen fühlend – der Verlust eines schwarzgelben Idols der Kindheit. Gestern Abend erreichte mich via BVB-App die ungemein traurige Nachricht, dass Alfred “Aki” Schmidt nicht mehr unter uns sei. Fast unvorstellbar, diese personifizierte Unverwüstlichkeit nicht mehr unter uns zu wissen, er war doch nicht wegzudenken aus dem Kreis derer, die quasi gebürtig zu einer Mitgliederversammlung (ist immer kurz vor meinem Geburtstag) gehörten. “Aki” war 1957 und 1963 Deutscher Meister, er war der Kapitän der legendären Truppe, die den ersten Europapokal-Triumph (damals dachte noch niemand an Bayern München) einer deutschen Mannschaft ins Revier holte. “Aki” war zeitlebends BVB-Sinnbild und Dortmunder Ikone, ein Sportsmann erster Klasse. Ich kann nur traurig sein. Auch wenn es nicht passend erscheint: Ich sage meinem Idol ein letztes “Glückauf!”

Leonard Cohen, lebt nicht mehr. Eine der bestimmenden Stimmen meiner Zeit, der mit seinem ruhigen Bariton und einer Nobelpreis-würdigen Sprache die Musikszene veredelte. Der einer heute als Singer-Songwriter getauften Künstlergattung erst ihr Gewicht im Musikgeschäft verlieh. Der stets wohl behütete Mann, meist düster wirkend und nach schummriger Ausleuchtung rufend, zeigt sein markantes Gesicht nicht mehr, hinter seiner ebenso markanten Stimme. R.i.P. Leonard.

Er war an der Seite von Horst Buchholz einer der “Glorreichen Sieben”, schrieb Filmgeschichte mit seiner Rolle des glatten Pistoleros Lee, der mit half, ein mexikanisches Dorf vom räuberischen Übel zu befreien. Noch intensiver ist er als Partner von David McCullum als Ilja Kuryakin in der Serie “Solo für O.N.C.E.L.” in Erinnerung. Der treibt heute noch in der Kult-Serie “Navy CSI” seine darstellerische Klasse auf die Mattscheibe … hoffentlich noch sehr lange. Mach’s gut Robert.

Ilse Aichinger hat nun nichts mehr zu Erscheinungen wie Donald Trump zu sagen. Obwohl sie sicher so manches noch zu sagen gehabt hätte, was die Düsternis so manchen Zeitgeistes beleuchtet. Die Frage, was sie denn als größtes Unglück betrachte, beantwortete sie mit: „Die Genesis“. Und ihr Lebensmotto beschreibt sie mit: „Vivere non necesse est.“ Zu leben, ist nicht nötig. Dabei war sie viel menschenfreundlicher, als diese pessimistischen Aussagen vermuten lassen.

Und Donald Trump wurde in den USA demokratisch gewählter Präsident. Scheiß Woche.

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