Von Handschriften und vermeintlichen Erstgeburtsrechten

Rathaus-GeldHandschriftproben werden derzeit recht freizügig verteilt. Es ist allenthalben eine Partei, denen andere wieder gern attestieren, dass sie es doch waren, die den aktuellen Haushaltsberatungen ihre Handschrift aufgedrückt hätten. Okay, ein wenig Bescheidenheit täte manchem kommunalen Politiker doch gut. Hier hat niemand einem anderen seine Handschrift aufgedrückt. Diejenigen, die das komplizierte Zahlenwerk zu Wege gebracht haben, drängen sich eher selten in den Vordergrund.

Wenn jemand meint, seine Weihen verteilen zu müssen, dann wären da ganz andere am Zuge. Und es war geradezu erholsam, dass es nicht die Ratspartei war, die als erste an der Klausur-Reihe war, die mit vermeintlichen Erstgeburtsrechten auf schlaue Ideen inflationär um sich warf. An eines sei hier mal erinnert: Haushalte aufzustellen, das ist eine Teamarbeit. Die besteht aus dem, was eine Verwaltung vermag, und dem, was eine ehrenamtliche Politik wünscht. Wer sich nach solchen Klausur-Marathons darin sonnt, seine “Handschrift” halbwegs verletzungsfrei unter das Gesamtwerk gesetzt zu haben, der sei milde belächelt – nach aller Arbeit, die hinter ihm liegen mag.

Und betrachten wir mal den Akt der Erstgeburt ehrlich: Nur eine Handvoll deren, die bei der Etat-Exegese mitreden, verstehen, was sie sagen, und sie haben keinen Schimmer, wie denn die ureigene Handschrift geschwungen werden soll.

3 comments for “Von Handschriften und vermeintlichen Erstgeburtsrechten

  1. J.Müller
    7. November 2016 at 15:42

    Und die CDU setzt noch einen drauf und verkündet auf ihren Onlinemedien, dass nicht nur sie die Erfinder aller Ideen sind, nein, auch ihr Parteichef verkündete einst die GroKo in Unna. Ich denke, die überschätzen völlig ihre Wirkung im politischen Alltag. Ob das Herrn Kolter gefällt ?

    Ist mir völlig schleierhaft, wo die ihre Arroganz hernehmen. Alles nur Merkel, oder was ?!? Aber in allen Parlamenten völlig blaß. In der CDU reicht es offensichtlich aus, der Kanzlerin blind hinterherzulaufen. Ist sie nicht mehr, fällt das Kartenhaus CDU auseinander…

  2. J.Müller
    7. November 2016 at 12:06

    Genau. Und das gilt dann auch für die SPD- Fraktion. Die hat zwar ihre Helfer überall im Rathaus und in der “Presse”landschaft, aber hat genausowenig am Haushaltsentwurf mitgeschrieben. Also gilt diese geforderte Bescheidenheit auch für jedes SPD Ratsmitglied….

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