Fraktionsvorsitzender will er bleiben (!?) – Christoph Tetzner verlässt das schwarzbeflaggte Schiff

Christoph Tetzner. Foto: Piraten

Christoph Tetzner. Foto: Piraten

Zum (vorerst!) letzten Mal heißt es an dieser Stelle:

Almost Daily Soap…

Christoph Tetzner, Wanderer zwischen den kommunalpolitischen Welten, stets bemüht als Chef der Piraten-Fraktion gleichzeitig auch das Ratsmitglied mit dem größten Unterhaltungswert sein zu wollen, kündigt via heimischer Presse an, die Partei zu verlassen. In der Fraktion will er verharren, aber den Piraten kehrt er den Rücken, weil er bei denen nicht ausreichend Basisbefestigung ausmacht. Anfeindungen hätte es aus der eigenen Truppe zu reichlich gegeben, vieles über das eigene Internet. Woran das wohl lag?

Nun hat die Partei der Piraten in Unna ein veritables Dilemma, das nur ihr nicht mehr zugehöriges Mitglied auflösen kann. Der allenthalben unterhaltsame, aber wenig sachdienlich wirkende Ratsherr Tetzner ist eines von zwei gewählten Fraktionsmitgliedern. Es ist völlig einwandfrei, und es wurde schon oft von anderer Seite so gehalten, dass er sein Mandat behält. Was wird nun in Zukunft sein? Bleibt er Fraktionschef einer Partei, der er nicht mehr angehört? Oder lässt er zum zweiten Male seit es Piraten im Unnaer Rat gibt, gemeinsam mit seinem Ex-Kollegen den Fraktionsstatus sausen? Handlungs-behinderte Ratsmitglieder – auch eine Art den piratesken Wählerwillen umzusetzen.

Das wird vorrangig nicht vom allwissend fühlenden Ex-Piraten entschieden. Der Vorsitz in der Fraktion ist auf den ersten Blick schwer angreifbar, weil sie nur aus zwei Mitgliedern besteht, also immer Stimmengleichheit bestünde, jeder Abwahl-Antrag abgeschmettert werden könnte. Aber wie schwer zukünftige Verhaltensweisen einer Partei, deren Basis man verlassen hat, sind, das erscheint spannend. Es wird sich zeigen, wie haltbar die individuelle Dickfelligkeit sein wird.

Interessant auch wie wer für wen sprechen will und wird. Der Fraktionsvorsitzende kann nur für die Fraktion und ihre jeweilige Mehrheit sprechen. Und die Fraktion vertritt die Parteimeinung. Wenn er also es der Partei ablehnt, das Ratsmandat niederzulegen, dann ist er auf der richtigen Seite, der ehemaligen Partei abzulehnen, den Fraktionsvorsitz niederzulegen, ist so wirr wie manches andere, was dieser Pirat schon von sich gab

Nun, Hauptsache die famose Unnaer Antwort auf Jack Sparrow kann rund um die Oberstadt weiterhin seinen unvergleichlichen Strahl öffentlichkeitswirksam leuchten lassen. Denn so lautet sein vollmundiges Versprechen: “Ich werde mich weiter für die Belange dieser Stadt einsetzen!” Klar, dafür ist er ja auch gewählt worden. Selbstverständlichkeiten muss man nicht wirklich ankündigen. Aber Fraktionsvorsitzender bleiben zu wollen, ist alles andere als selbstverständlich.

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