zeitlos gelost – ein Gedicht von Karl Feldkamp

manchmal liege ich auf meinem bett
zwischen abfallhaufen der
letzten vergangenheiten
ruhe neben feuchten lumpen und
vergilten kalenderblättern
ja, es stört mich noch nicht einmal
wenn mich gedanken zur seite legen
die meine träume nicht mehr benötigen

manchmal verweigere ich mir
selbst alte freundschaften
suche unter nachbarn neue feinde
um das sinnlose kämpfen nicht zu verlernen
und gehe wetten ein
die ich nur verlieren kann

aber oft genug stehe ich einfach wieder auf
schüttele mir trocknen staub
aus den zerschlissenen klamotten
und muss niesen

1 comment for “zeitlos gelost – ein Gedicht von Karl Feldkamp

  1. Reinhard Jacob
    18. Oktober 2016 at 13:41

    Hallo Karl Feldkamp,
    wer von den wenigen Lesern macht sich die Mühe, nimmt sich die Zeit, zu ergründen,
    welcher Sinn sich in Deinen Gedichten verbirgt? Wahrscheinlich noch weniger als die Leser, oder?!
    Ich habe mal ein Gedicht gefunden, was wohl einfacher zu lesen ist als Deine Form; es ist jedoch genau so wahrscheinlich, dass es nicht verstanden wird, oder?!
    Also weiter dichten, oder:

    “Denkst Du, was die Kulturgesellschaft macht
    für Dich, ist sie fast menschenleere Nacht,
    hier sich zu finden ist Dir nicht bekannt,
    dann sollst Du gehen, nicht nur in andres Land.

    Gehst Du, teils heimlich doch mit Gleichen
    den ersten Schritt vom Klerus und von Reichen,
    bedrängen Dich noch ihre Ordnungshüter,
    dann suchst Du besser ohne ihre Güter.

    Suchst Du, und hoffst allein auf Dich gestellt,
    Zufriedenheit schon bei dem ersten Schritt aus lauter Welt
    und meinst, Du brauchst zu Glück nicht weit zu wandern,
    dann findest Du nicht Dich, nur viel an Andern.

    Findest Du endlich die bewegte Stille,
    dass klärend öffnet sich Dein eigner Wille,
    begreifst um Dich, was wirklich zu Dir steht,
    dann lernst Du doch noch was auch geht.

    Lernst Du, so wie es wirkt in der Natur
    und folgst Du den Gesetzen ihrer Spur,
    die Reste Deiner Eitelkeit sind leicht erniedrigt,
    dann spürst Du, bist Du erst befriedigt.”

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