Warum recherchieren, es reicht doch, wenn der Titel spannend klingt

Südtribüne

Region/Schwatzgeld. Okay, nun hat es auch noch die Unvermeidlichkeit des rundblickenden Unnaer Mediums erspäht und es lässt den bei etwas intensiverer Recherche – hätte ja auch bei etwas regelmäßiger Beobachtung des heißgeliebten facebook schon gereicht – den Blick zu, dass es hier um eine totale Randständigkeit handelt. „BVB-Freunde“ geben aktiven Kampf gegen Rechts vorerst auf wird nach einem ersten Blick ins Netz getitelt, und wären die besagten “BVB-Freunde” den Titel wert, dann wäre der besagte Rückzug den Bericht auch wert. Aber, weder die einen noch der Bericht ist es wert.

Aber das kundige und als sachdienlich nachgewiesene Infomationsportal schwatzgeld.de weist den “BVB-Freunden” eher die belanglose Randständigkeit zu. schatzgelb.de schreibt frisch Recherchiertes: “Doch in der Fanszene ist der nach eigenen Angaben rund 1.400 Mitglieder große Fanclub weitgehend unbekannt, im Stadion nicht präsent.” Und weiter geht die zweifelnde Reise: “Dass die BVB Freunde Deutschland also – um es mal vorsichtig auszudrücken – nicht die Speerspitze des antirassistischen Engagements bei Borussia Dortmund bilden, hätte man mit weniger als einer Stunde Recherchearbeit herausfinden können. Dass neben dem eingangs erwähnten sport.de auch Focus Online journalistische Arbeit gegen ein paar sichere Klicks tauscht, überrascht nicht wirklich. Schließlich sind beide Seiten nicht dafür bekannt, fanpolitische Themen differenziert beziehungsweise mit entsprechendem Aufwand aufzubereiten.

Doch dass mit dem WDR und der Funke Mediengruppe auch regionale Medien die Erklärung der BVB Freunde Deutschland ungefiltert übernehmen und auch die Mitgliederzahl ohne Einordnung nennen, ist enttäuschend. Vor allem, weil beide in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie auch ohne Effekthascherei über Fußballfans berichten können. Stattdessen wird außenstehenden Lesern und TV-Zuschauern suggeriert, die Äußerungen des in der Fanszene stark umstrittenen Fanclubs stellten eine Niederlage des BVB im Kampf gegen Rechts dar oder hätten gar allgemeine Geltung.”

Tja, diese sogenannten Medien werden offenbar immer mehr. Hauptsache das liest sich auf den ersten Blick richtig spannend. Richtig Arbeit mit der Recherche machte sich ganz offensichtlich “schwatzgelb.de”-Autor Malte S..

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