Heidrun Baran: In die Selbstständigkeit als Trauerrednerin

Seit dem 1. September arbeitet Heidrun Baran selbstständig als Trauerrednerin in der Stadt Hamm und im Kreis Unna. Durch diese Arbeit möchte die Trauerrednerin den Hinterbliebenen helfen, dass es nach dem Tod eines Verwandten oder guten Freundes wieder für sie weiter geht. - Foto:  Nathalie Neuhaus

Seit dem 1. September arbeitet Heidrun Baran selbstständig als Trauerrednerin in der Stadt Hamm und im Kreis Unna. Durch diese Arbeit möchte die Trauerrednerin den Hinterbliebenen helfen, dass es nach dem Tod eines Verwandten oder guten Freundes wieder für sie weiter geht. – Foto: Nathalie Neuhaus

Kreis Unna/Hamm. Die Agentur für Arbeit Hamm unterstützt Heidrun Baran auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Mit 55 Jahren nochmal beruflich neu beginnen: Seit dem 1. September arbeitet Heidrun Baran selbstständig als Trauerrednerin in der Stadt Hamm und im Kreis Unna. Auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit wurde sie von Silke Schubert, Arbeitsvermittlerin der Agentur für Arbeit Hamm und Martina Leyer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beraten, begleitet und unterstützt.

Es ist noch nicht lange her, dass Heidrun Baran sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet hat. Die 55-Jährige Bergkamenerin hatte schnell einen alternativen Plan: Sie wollte sich als Trauerrednerin selbstständig machen. Als sie ihrer Arbeitsvermittlerin Silke Schubert von dieser Geschäftsidee berichtete, hatte Heidrun Baran noch erste Zweifel. „Aber Frau Schubert war auf Anhieb von meinem Plan begeistert und stärkte mich in meinem Vorhaben“, erinnert sie sich.

Um sich auf eine Existenzgründung vorzubereiten, nahm sie an dem Beratungstag der „Gründungs- und Mittelstandsoffensive Hamm“ teil. Dort lernte die Existenzgründerin Martina Leyer und das beratende Netzwerk hilfreicher Institutionen kennen. „Es wurde also ernst mit meiner Selbstständigkeit. Aber ich konnte mit einem guten Gefühl an die Sache herangehen. Denn ich wusste, dass ich nicht alleine bin und viel Unterstützung bekomme“, sagt Heidrun Baran. Finanziell unterstützt wurde sie von der Agentur für Arbeit Hamm. Sie reichte bei ihrer Arbeitsvermittlerin einen ausgearbeiteten Geschäftsplan samt Antrag für einen Gründungszuschuss ein. Dieser wurde nach kurzer Zeit bewilligt, so dass die Gründungsumsetzung schnell vollzogen werden konnte. „Gute Geschäftsideen sind bei uns willkommen. Wichtig ist, dass die Gründer motiviert sind und sich für diesen Schritt bewusst entscheiden“, erklärt Martina Leyer. „Bei Frau Baran hatte ich direkt ein gutes Gefühl. Die Idee war anders und macht diese Existenzgründung zu etwas ganz Besonderem.“

Die Idee zur Tätigkeit als Trauerrednerin kam ihr bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber – einem Bestattungsunternehmen. Dort arbeitete die gelernte Industriekauffrau in der Verwaltung. Mit der Zeit erweiterte sich ihr Aufgabengebiet. Sie betreute die trauernden Angehörigen – angefangen von den Erstgesprächen bis zur Beisetzung der Verstorbenen. Dabei ist es schon öfter vorgekommen, dass die Hinterbliebenen Heidrun Baran fragten, ob sie die Trauerrede halten würde. „Die Menschen haben schon viel früher in mir die Trauerrednerin gesehen, als ich es selbst tat“, sagt die Bergkamerin. „Ich habe immer wieder die Frage verneint. Schließlich war ich damals noch keine Trauerrednerin. Dennoch war ich jedes Mal davon beeindruckt, wie sehr diese Menschen mir vertrauten.“

Ein erfahrener Trauerredner coachte sie in der ersten Zeit und gab ihr hilfreiche Tipps und Tricks, um eine Trauerrede zu schreiben. Bei einem Beratungsgespräch mit den Hinterbliebenen nimmt sie einen kleinen Fragebogen zur Hilfe, um erste Informationen über den Verstorbenen zu erhalten. Gemeinsam besprechen sie den Ablauf der Trauerfeier und klären, was den Hinterbliebenen bei der Rede besonders wichtig ist. „Durch meine Arbeit als Trauerrednerin kann ich so den Leuten helfen, dass es wieder weiter geht“, sagt Heidrun Baran. „Schließlich ist das der letzte Moment, wo sich die Familie, Freunde und Verwandte vom Verstorbenen verabschieden können.“

Informationen zum Gründungzuschuss:

  • ● Antragstellung vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei der zuständigen Agentur für Arbeit
  • ● Zielgruppe: Bezieherinnen und –bezieher von Arbeitslosengeld
  • ● Ziel: Sicherung des Lebensunterhaltes und soziale Absicherung
  • ● Förderung: 6 Monate Arbeitslosengeld zzgl. 300 Euro zur sozialen Absicherung; Verlängerung für 9 weitere Monate möglich (erneuten Antrag stellen)
  • ● Fördervoraussetzungen:
  • o Bezug von Arbeitslosengeld
  • o Mindestens 150 Tage Restanspruch bei Existenzgründung
  • o Positive fachkundige Stellungnahme
  • ● Kann-Leistung, Vermittlung hat Vorrang
  • ● Frühzeitig einen Termin mit der Vermittlungskraft vereinbaren
  • Informationen zur Arbeitslosenversicherung für Gründer:

    Voraussetzungen:

    ● Selbstständige Tätigkeit, Umfang mind. 15 Stunden/ Woche

    ● Innerhalb der letzten 24 Monate mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt oder Bezug von Arbeitslosengeld

    Antragstellung:

    ● Spätestens innerhalb von drei Monaten nach Existenzgründung

    ● Antragseingang bei der Agentur für Arbeit

    Beitragshöhe:

    ● Monatlich 43,58 Euro (Beitragshöhe im Jahr der Gründung und im Folgejahr)

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