Thomas Hengstenberg: Der kreative Kopf und zupackende Macher der Kunstausstellungen beim Kreis geht in Rente

Noch ein Bild mit dem alten Chef:  Landrat Makiolla dankte Thomas Hengstenberg (r.) für sein jahrzehntelanges Engagement. - Fotos Constanze Rauert

Noch ein Bild mit dem alten Chef: Landrat Makiolla dankte Thomas Hengstenberg (r.) für sein jahrzehntelanges Engagement. – Fotos Constanze Rauert

Kreis Unna. Der Rahmen war schön, der Bahnhof groß, der Anlass ungewöhnlich: Landrat Michael Makiolla eröffnete auf Haus Opherdicke nicht nur die neue Ausstellung mit Werken von Conrad Felixmüller, er verabschiedete gleichzeitig Thomas Hengstenberg, den profilierten Ausstellungsmacher des Kreises Unna, in den Ruhestand.

Heute weiß kaum einer, wer wen entdeckte: Die Kunst den jungen Hengstenberg oder Hengstenberg die Welt der Kunst. Die Schullaufbahn gibt keine Hinweise. Der im Dezember 1948 in Unna geborene, also „echte Westfale“ mit Wohnsitz in Werne besuchte nach Volks- und Realschule den Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig im Gymnasium St. Christophorus in Werne.

Berufsbeamter mit Leidenschaft für die Kunst

Auch bei der Berufswahl ging es eher nicht um Kunst. Hengstenberg bewarb sich beim Kreis und wurde im August 1968 als Verwaltungspraktikant eingestellt. Er blieb der Behörde treu, wurde Berufsbeamter und im Februar 1979 Leiter des Schul- und Kulturamtes (heute Fachbereich Kultur).

In dieser Funktion bewies er, dass Verwaltungs-Know-how und Kunstverstand eine glückliche Verbindung einzugehen vermögen. Zahlreiche, überregional beachtete Ausstellungen auf Schloss Cappenberg in Selm und später auf Haus Opherdicke in Holzwickede hat Hengstenberg in den Kreis geholt, hat ihnen – oft als Kurator – seinen Stempel aufgedrückt.

Blick auf Künstler der „Verschollenen Generation“

Die Künstler und Kunstwerke der sogenannten „Verschollenen Generation“ – im Nazi-Deutschland geächtet und vertrieben und im Nachkriegs-Deutschland oft vergessen – wurden dabei im Laufe der Jahre immer mehr zur thematischen Schwerpunktsetzung.

Conrad Felixmüller, Der sorbische Geiger (von Crostwitz), 1949, Holzschnitt, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Conrad Felixmüller, Der sorbische Geiger (von Crostwitz), 1949, Holzschnitt, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Hengstenberg machte der Künstlergeneration im wahren Sinne des Wortes Platz, gab ihr Raum, rückte sie ins Licht. Was er als „Nischenarbeit“ begann, schärfte letztlich das Profil der Kulturregion Kreis Unna, gab ihr Gesicht, verlieh ihr Strahlkraft.

Landrat Makiolla dankte Thomas Hengstenberg nicht nur für sein jahrzehntelanges Engagement, sondern auch für die Fähigkeit, „Menschen für die Kunst zu gewinnen und damit letztlich auch für unsere Region“. Makiolla war sich gleichzeitig sicher: „Wir sehen uns wieder.“

Stefanie Kettler tritt Hengstenbergs Nachfolge an

Gleichzeitig machte der Chef der Kreisverwaltung deutlich, dass es „auch eine Zeit nach Thomas Hengstenberg geben wird“. Mit diesen Worten stellte Landrat Makiolla Stefanie Kettler als neue Leiterin des Kulturbereiches beim Kreis und Sigrid Zielke-Hengstenberg M.A. als die für Ausstellungen zuständige Kollegin vor.
Constanze Rauert

Beitragsbild: Landrat Makiolla und Kreisdirektor und Kulturdezernent Dr. Thomas Wilk (r.) verabschiedeten Thomas Hengstenberg (M.) und stellten Stefanie Kettler (2.v.l.) als Nachfolgerin im Amt und Sigrid Zielke-Hengstenberg als Ausstellungsmacherin vor. – Fotos: Constanze Rauert

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