Von überschätzten Mitgliedern, überforderten Internet-Redaktionen und übertriebener Trauerarbeit

Ein Bild aus weniger turbulenten Tagen: Oberstadts Vorsitzende Ingrid Kroll (links) ihre vormalige Stellvertreterin Margarethe Strathoff und Massens Ratsvertreterin Gudrun Kracht (Mitte) bei der Eröffnung des frisch gestalteten Unnaer Bahnhofes. - Foto: Rudi Bernhardt

Ein Bild aus weniger turbulenten Tagen: Oberstadts Vorsitzende Ingrid Kroll (links) ihre vormalige Stellvertreterin Margarethe Strathoff und Massens Ratsvertreterin Gudrun Kracht (Mitte) bei der Eröffnung des frisch gestalteten Unnaer Bahnhofes. – Foto: Rudi Bernhardt

Margarethe Strathoff tritt von ihrem Vorstandsposten zurück, so steht es zu lesen auf der Website des Ortsvereins der SPD Oberstadt. Völlig okay, denn die Nachricht von dem Niederlegen des Vorstandsamtes war ja schon presse- und medienwirksam durch nahezu jedes Organ der selbsternannten veröffentlichten Meinung gehetzt worden, das sich nicht ausreichend zur Wehr setzen konnte. Es wurde offenbar wertfrei von dieser Tatsache erzählt, darf man ausdrücklich so machen.

Weiter geht es im Fließtext: “Mit Bedauern hat der SPD Ortsverein Unna-Oberstadt zur Kenntnis nehmen müssen, dass die bisherige stellvertretende Vorsitzende Margarethe Strathoff ihre Funktion mit Wirkung zum 12.9.2016 zur Verfügung gestellt hat.” Darf man auch, einen Rücktritt bedauern, das gehört sich für jeden, der einst den Amtsantritt beklatschte. Auch dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber dann: “Die von ihr genannten persönlichen Gründe (u.a Diffamierungen ihrer Person durch Genossinnen und Genossen anderer Ortsvereine sowie die mangelnde Unterstützung von einzelnen Ratsmitgliedern des eigenen Ortsvereins) sind subjektiv nachvollziehbar und verständlich.” Da weiß eine professoral gelenkte Redaktion offenbar mehr. Weiter geht es: “Desto mehr bedauert unser Ortsverein ihre Entscheidung. Wir wünschen der Genossin Margarethe Strathoff für ihr zukünftiges Engagement in unserer Stadt alles Gute, viel Erfolg …”Das ist nett, denn es gehört sich, den Abschied einer Mitstreiterin mit guten Wünschen zu begleiten. Und zum schlechten Schluss: “… sowie weniger Mobbing.” Das sind der guten Wünsche zuviel. Mobbing, das ist im Zweifelsfalle ein justiziabler Vorgang und dessen Vorwurfs-Berechtigung sollte eine Redaktion tunlichst begründen und zuvor prüfen.

Zumal dann, wenn zur Unterstreichung der Bedeutung der Nachricht ein angebliches Plazet des Vorstandes vorliegt, was mit “Gez.: Der Vorstand der SPD Unna-Oberstadt” deutlich gemacht wird.

Das war denn dem stellvertretenden Vorsitzenden der Oberstadt, Ralph Bürger, etwas zuviel. Er verfasste eine eilige Mail und schrieb: “Die hier beigefügte Kopie der Veröffentlichung liegt nicht im Interesse unseres Ortsvereins, da hiermit wiederum Funktionäre und Mitglieder der SPD diffamiert werden. Der Artikel stammt von Ingrid Kroll und wurde von 3 Redaktionsmitgliedern entgegen den Intentionen des Vorstandes von Oberstadt gegen meine ausdrückliche Distanzierung freigegeben. Der Vorstand hatte ein Redaktionsteam eingesetzt, um genau solche diffamierenden Veröffentlichungen zu verhindern!

Der unten stehende Satz: “Gez. der Vorstand der SPD Unna-Oberstadt” ist erfunden, da dieser den Text gar nicht genehmigt hat!

Als stellv. Vorsitzender des Ortsvereins distanziere ich mich ausdrücklich und im Namen aktiver Fraktionsmitglieder sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von solchen Veröffentlichungen!”

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Bürger
Drosselweg 6
59427 Unna

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