Kreiseigenes Senioren-Magazin im Spannungsfeld zwischen glasklarer Fernsicht (bei Gründung) und vernebelter Sterbehilfe (heute)

Seniorenzeitung--KalleDass ich so etwas noch erleben muss! Mein Kreis Unna, meine umsichtige und immer sich wieder als gern weitsichtig wirkende Gebietskörperschaft zeigende Heimatregion macht aus Gründen der Sparsamkeit die Augen zu und denkt nur ans tapsende “durch”. Sie hat mitten im aktuell bestehenden demografischen Wandel ein gut lesbares Magazin für Seniorinnen und Senioren eingestellt. Das wirkt fast so weitsichtig wie das schielende Tasten nach einem festen Halt im Wackelpudding.

1. Gedruckte Buchstaben haben aktuell bekannterweise weder eine wachsende Lobby noch sind sie ein allseits begehrter Lesestoff.
2. Lieber saugen sich viele ihre Informationen aus medialen Quellen, deren Bite-Steuerung zuverlässiger ist als die abschließende Wahrheits-Prüfung der Verfassenden.
3. Die wenigen, die noch Lust auf solide Informationen und in verletzungsfreiem Deutsch formulierte Sätze haben, rekrutieren sich eindeutig aus den Reihen der mit Senioren beschriebenen Bevölkerungsgruppe.
4. Die Horde derer, die Lügenpresse skandieren, lesen zwar erwiesenermaßen recht wenig, aber ihre völkische Anhängerschaft wächst in reziprokem Maße zum Intellekt ihrer Führenden.
5. Ähnlich gestaltet sich das schwindsüchtige Format ihrer informationsscheuen Wählerschaft.

Und dennoch nimmt der Kreis einer wachstumsorientierten Wählergruppe eine gute und zu allem Überfluss unterhaltsame Informationsquelle. Ziemlich fern vom strategischen Durchblick – oder? Vor 41 Jahren war es geradezu fernsichtig, ein kreiseigenes Senioren-Magazin ins Leben zu rufen. Heute – mehr als vier Jahrzehnte später – wirkt es geradezu fahrlässig, es zu beerdigen. Sparen kann man sich bestimmt andere Ausgaben.

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