Almost Daily Soap: Von Piraten-Fragen und solchen zur Geschäftsordnung

Piraten-SchiffDas war nahe einer gekonnten Patenthalse – oder warum sind viele Piraten so wenig lernbegierig, wenn sie sich kommunalpolitisch auf schlüpfriges Parkett begeben? Die westfälische Antwort auf Jack Sparrow kann die Kernfrage offenbar weder für sich selbst einleuchtend beantworten noch anderen Wissbegierigen. Dabei zählt er doch häufig gerade zu denen, wenn es im Rat oder seinen Ausschüssen darum geht, aus bürgermeisterlichem Munde juristisch klopffest zu erfahren, ob die Stadt sich auch artig bemüht hat, alle Klippen des europäischen Vergaberechtes zu umschiffen. Bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses machte Bürgermeister Werner Kolter es besonders penibel und transparent, hatte zuvor alle Frage-Themen des Arbeitsbeschaffungspiraten durch den Rechts-TÜV der eigenen Verwaltung geschickt und konnte – wie nicht anders zu erwarten – auf jeden informationsleeren Topf einen gut passenden Deckel liefern.

Da des Piraten juristisch bewehrte Anfragen sich nicht wg. unumstößlicher Grundsympathie einiger handverlesener Rechtskundiger stellen lassen, wollte CDU-Fraktionschef Rudi Fröhlich gern wissen, wer denn wohl der Kostenträger sei, ob das die Fraktionskasse sei? Sein SPD-Kollege Volker König zeigte sich interessiert, ob es inzwischen bereits belastbare statistische Erhebungen darüber gebe, inwieweit die piratesken Fragen solcher Art juristisch ins Schwarze getroffen hätten. Hinsichtlich solcher Nachfragen musste der ansonsten umfassend informierte Bürgermeister allerdings bedauernd passen.

Aber der weltweit einzige Pirat ohne Kompass wollte selbst noch das eine oder andere nachfragen. Allerdings hatte er zu Beginn der Bürgermeister-Antworten die Sitzung verlassen und die einzige Piraten-Mitgliedschaft im Hauptausschuss an seinen Kollegen Christian Roß übergeben. Wieder anwesend und in den Kreis der etatmäßigen Hauptasschüssler zurückgekehrt hatte er es allerdings versäumt, die eigene Rückkehr formell anzumelden. Also kam, was kommen musste, der Bürgermeister musste die Worterteilung verweigern, weil das Wort der Piratenfraktion inzwischen von dem kundigen Christian Roß geführt wurde. Allerdings wirkte der nicht unbedingt so, als sei er vorher von seinem Vorsitzenden ausreichend ins Bild gesetzt worden. Na, üben halt noch, manche Piraten.

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