Japan braucht Hilfe – auch fünf Jahre nach der Katastrophe noch immer aktuell: Das GSG bietet sie an!

Unna/Fukushima. Wen berührt heute schon noch die Situation in Fukushima? Fünfeinhalb Jahre sind für das öffentliche Bewusstsein schließlich eine halbe Ewigkeit. Das Leid der Menschen, die in der Region leben müssen, aber erneuert sich auch heute noch mit jedem Tag. Besonders die Kinder sind dringend auf Hilfe angewiesen. Ein starker Grund für ein starkes Konzert, zu dem das Geschwister-Scholl-Gymnasium am Sonntag, 9. Oktober um 19 Uhr in die Unnaer Stadthalle einlädt.

Nach der dreifachen Katastrophe 2011 in Japan sind die Menschen in Fukushima immer noch der radioaktiven Strahlung aus der Luft, vom Boden und vom Wasser ausgesetzt. Kinder können nicht ohne Gefahr draußen spielen und sie können auch nicht essen, was es in ihrem Umfeld zu kaufen gibt. Immer mehr Kinder leiden unter schwerwiegenden Erkrankungen – unter anderem sind schon 173 Schilddrüsenkrebsfälle bekannt. Bei ca. 70% der betroffenen Kinder wurden zudem Metastasen an Lymphdrüsen oder Lungen festgestellt.

Im Rahmen des Projekts „Hilfe für Japan“ können Kinder aus Fukushima in der unverfälschten Natur Okinawas bei Spiel, Sport und Spaß und gesunder Kost ihr Immunsystem stärken und durch viele Bewegungen den Stress im Alltag voller Einschränkungen abbauen. Zur Finanzierung solcher letztlich lebenserhaltenden Angebote ist das Projekt auf internationale Unterstützung angewiesen – hierzu soll das Benefizkonzert am 9. Oktober einen Beitrag leisten. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Dortmund, die es zusammen mit dem GSG organisiert, bittet aber um Spenden.

Die Idee zum Konzert wurde übrigens in der Bigband des GSG entwickelt. Ensemble-Mitglied Li Schmidgall brachte den Impuls aus ihren Beziehungen zur Deutsch-Japanischen Gesellschaft ein. Vielfältige Kontakte der Bigband-Musiker ermöglichten die Zusammenstellung eines ebenso vielfältigen wie hochrangigen Programms. So musiziert Posaunist Burkard Schakies ebenfalls in der Formation „Chor Jazzence“, die unter der Leitung von Rüdiger Albers Pop und Jazz a capella bieten wird. Die Gruppe „Jazz Periment“ ist mit Jazz-Standards in der Tradition des akustischen Modern Jazz dabei, weil Saxophonist Timon Großerhode neben der GSG-Bigband eben auch hier eine musikalische Heimat hat.

Die Bigband selbst unter der Leitung von Wolfgang Schubert übernimmt mit Jazz-Swing-Rock-Latin Standards den ersten Teil des Konzerts. Im direkten Anschluss präsentieren Opernsängerin Sachiko Bömer-Oshiumi und Professor Kazuyuki Ogimoto am Piano japanische Lieder – die auch durchaus zum Mitsingen einladen könnten.

Den humanitären Hintergrund und das Projekt für die Fukushima-Kinder erläutert im Anschluss hieran Yoko Schlütermann, Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. „Chor Jazzence“ und „Jazz Periment“ gestalten musikalisch die zweite Hälfte der Veranstaltung.

Alle Musiker verzichten auf Honorare. Die Lindenbrauerei druckt kostenlos Plakate, die Stadthalle verzichtet auf eine Nutzungsgebühr. Spenden werden erbeten unter: www.hilfefuerjapan2011.de