SPD-Kreistagsfraktion fordert den Fokus auf Langzeitarbeitslosigkeit – Frank Baranowski zu Gast bei Sommerfraktion in Lünen

von links Hermann Hupe, Bürgermeister Kamen, Brigitte Cziehso, Vorsitzende Kreistagsfraktion, Mario Löhr, Bürgermeister Selm, Frank Baranowski, Oberbürgermeister Gelsenkirchen, Hartmut Ganzke, MdL und stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna, Oliver Kaczmarek, MdB und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Unna.

von links Hermann Hupe, Bürgermeister Kamen,
Brigitte Cziehso, Vorsitzende Kreistagsfraktion,
Mario Löhr, Bürgermeister Selm,
Frank Baranowski, Oberbürgermeister Gelsenkirchen,
Hartmut Ganzke, MdL und stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion
Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna,
Oliver Kaczmarek, MdB und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Unna.

Kreis Unna/Lünen. „Die Arbeitslosenzahlen im Kreis Unna entwickeln sich positiv“, diese erfreuliche Botschaft konnte Martin Wiggermann, Vorsitzender des zuständigen Kreisausschusses und Chef der Trägerversammlung für das Jobcenter, den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion überbringen.

Bestätigt und mit Zahlen untermauert wurde diese seit rund zwei Jahren anhaltende Tendenz vom JobCenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep. „Das ist gut für die Menschen und auch gut für den Kreis und die Städte und Gemeinden“, bekräftigte die Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso und ergänzte: „Mit unseren Zahlen liegen wir klar über dem Landesdurchschnitt und auch im regionalen Vergleich sind wir besser als Dortmund und Hamm.“

Aber weder Martin Wiggermann noch Brigitte Cziehso wollen sich mit dem Erreichten zufrieden geben. Sie wissen, beim größten Problem, der Langzeitarbeitslosigkeit, ist die aktuelle Entwicklung lange nicht so befriedigend wie auf den anderen Feldern der Beschäftigungspolitik. Über 4.000 Menschen sind allein im Kreis Unna länger als vier Jahre ohne Arbeit. 4.000 Menschen, die vom aktuellen Trend nicht profitieren.

„Deshalb fordern wir eine klare Fokussierung auf die Menschen, denen die gute Entwicklung derzeit noch nicht zugutekommt und bei denen wir leider auch feststellen, dass sich Arbeitslosigkeit über die Generationen vererbt“, sagte die Fraktionsvorsitzende. „Diesen Mechanismus müssen wir stoppen, das hat eine menschliche Seite auch für die Familien, eine für die Kommunalfinanzen und eine gesellschaftspolitische, denn auf diesem Boden wachsen Rechtspopulismus und Fremdenhass!“

In dieser Einschätzung ist sich die Fraktionsvorsitzende auch mit dem Gelsenkirchener Oberbürgermeister und Bundesvorsitzenden der sozialdemokratischen Kommunalpolitik (SGK), Frank Baranowski, einig, der im Rahmen der „Sommerfraktion“ im Naturfreundehaus Lünen einen Tag später das Thema als ein „sozialdemokratisches Kernthema“ identifizierte und von Land und Bund eine Anerkennung der besonderen Situation im Ruhrgebiet fordert.

Auf drei Ebenen werden sich alle Verantwortlichen besonders engagieren müssen, so die Sozialdemokraten: „Das Beispiel Selm zeigt, dass sich erhöhter Einsatz von personellen Ressourcen, eine bessere Vernetzung beispielsweise mit der Jugendhilfe und begleitende Initiativen von Politik und Verwaltung vor Ort lohnen. In Selm sind die Zahlen noch einmal besser als in anderen Bereichen“, erklärt Martin Wiggermann und wird konkret: „Wir wollen prüfen, wo mehr Personal zu ähnlich guten Ergebnissen führen kann und wollen dafür auch Mittel freimachen.“ Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit konnte in Selm ausgesprochen deutlich reduziert werden.

Unterstützung fand auch eine Initiative, für die AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert bei den Genossen warb: Geld für Arbeit und nicht nur Hilfe zum Unterhalt. Gemeint ist dabei eine gezielte Förderung des sozialen Arbeitsmarktes, bei dem Jobs für Langzeitarbeitslose mit besonderem Betreuungsbedarf über längere Zeiträume gefördert werden können. „Solche Transferleistungen bedürfen eines Umdenkens auf Bundesebene, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür bislang nicht geschaffen hat“, betont Martin Wiggermann und unterstreicht damit die Initiative der AWO in ihrer Bedeutung. „Arbeit genug jedenfalls gäbe es“, hatte Rainer Goepfert vorgetragen. Als Beispiel nannte er Betätigungsfelder etwa als Integrations- oder Inklusionshelfer, die wertvolle Arbeit bei der Integration von Flüchtlingen ober bei Inklusionsprojekten von Menschen mit Behinderungen leisten könnten.

Allen Beteiligten ist aber auch klar, dass nach langen Jahren der Arbeitslosigkeit vielen auch zunächst beim Weg zurück ins Arbeitsleben geholfen werden muss. Hier sieht die SPD-Fraktion den dritten Ansatz zur Optimierung: „Die Arbeit der Beratungsstellen auf den unterschiedlichen Feldern, wie zum Beispiel bei der Suchtberatung oder Schuldnerberatung, verdient ein besonderes Augenmerk“, betont die Fraktionsvorsitzende. „Da wird wertvolle Arbeit geleistet und wir wollen sehen, wie wir das noch verbessern können“, sagt sie mit Blick auf die Verabredung, in den kommenden Wochen einen entsprechenden Drei-Punkte-Plan auszuarbeiten, um der Langzeitarbeitslosigkeit wirkungsvoll zu begegnen.

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