Jusos reinigen gemeinsam mit Hartmut Ganzke Stolpersteine – SPD-Nachwuchs bleibt aktiv: Erinnern um nicht zu vergessen

Hartmut Ganzke: "Man muss auch demütig in die Knie gehen können." - Fotos: Philipp Kaczmarek

Hartmut Ganzke: “Man muss auch demütig in die Knie gehen können.” – Fotos: Philipp Kaczmarek

Unna. Erinnern um nicht zu vergessen – unter diesem Motto stand die Reinigungsaktion der Stolpersteine am vergangenen Samstag. Die Jusos Unna reinigten gemeinsam mit MdL Hartmut Ganzke und Vertreterinnen der jüdischen Gemeinde die Stolpersteine in der Unnaer Innenstadt. Stolpersteine heißt ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann.

Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Seit 1992 wurden in 20 europäischen Ländern ca. 56.000 Steine verlegt. In Unna gibt es Stolpersteine an 18 verschiedenen Stellen.

Die Gruppe startet auf der Bahnhofstraße, machte dann Halt auf dem Kirchplatz, auf dem Markt und verließ die Innenstadt über die Massener Straße. Insgesamt reinigten die Teilnehmer ca. 50 der kleinen Gedenktafeln. „Wir sind heute hier, um uns zu erinnern an die Gräueltaten des Nationalsozialismus und um uns zu vergegenwärtigen, dass es den Nazi-Terror nicht nur weit entfernt, sondern auch ganz nah in unserer Heimatstadt gegeben hat. Außerdem möchten wir erinnern, um in der aktuellen Debatte nicht zu vergessen wozu Nationalismus und die Ausgrenzung von Minderheiten in unserer Geschichte schon einmal geführt haben“, erläuterte Juso-Vorsitzender Philipp Kaczmarek die Idee zu der Aktion.

An den Stolpersteinen für die Familie Lindenbaum auf der Massener Straße erzählte Irina Teplytska (jüdische Gemeinde) die Geschichte der Familie Lindenbaum und ihre Odyssee durch Europa sowie die Rückkehr von Familienmitgliedern nach Unna.

„Man muss auch mal in die Knie gehen und Demut zeigen vor den Schicksalen der jüdischen Opfer“, sagte Hartmut Ganzke während er Stolpersteine reinigte. Er beschäftigt sich schon seit Jahren mit Unnas Geschichte im Nationalsozialismus und hatte die Idee zu der Aktion.

Während der Aktion stießen immer wieder interessierte Passanten zu der Gruppe und informierten sich über Sinn und Zweck des roten Putzeimers. Viele Unnaer Bürger drückten ihre Sympathie für die gemeinsame Aktion von Genossen und der jüdischen Gemeinde aus. Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.