Hallo Herr Hoeness, der junge Mann heißt Felix Passlack

BVB-KlingelWestfalenstadion. Okay, der BVB hat verloren. Das lag nicht an der vermeintlichen Überlegenheit eines toitschmeisterlichen Gegners, sondern einzig und allein daran, dass Dortmund in seiner stärksten Phase (1. Halbzeit) nicht in der Lage war seine Chancen konzentriert zu verwerten.

Um es ganz deutlich zu sagen: Es lag nicht an der Tatsache, dass die Schiedsrichter vor lauter Hörigkeit und vorausschauender Furcht, weil der Herr Hoeness bald wieder präsidiale Ämter bekleiden wird, blind blieben, wenn ein Bayer gegen die Regel verstieß; es lag auch nicht daran, dass Franck Ribéry bis zum Abpfiff mitspielen durfte. Es lag am schwarz-gelben Unvermörgen das Runde ins Eckige zu bugsieren. Und die bayerischen Duseligen hatten eben die beiden Chancen, die sich cool zu nutzen, wussten.

Aber viel aussagekräftiger als das Ergebnis eines “Endspiels” sind Einzelheiten, denen ich Zuversicht für die vor uns liegende Saison abgewinnen kann.

Da wäre erstens, dass die bisherigen Abgänge von echten Leistungsträgern zu kompensieren sind. Mats Hummels, dem ich immer noch gram bin, spielte zwar im falschen Trikot, aber er fehlte mir nicht. Neuzugang Marc Bartra spielte solide und unauffällig effektiv in der Abwehr, “Papa” wie gewohnt schnörkellos und hocheffektiv, felsenfest in jeder Brandungsphase der Unfehlbaren von der Isar. Und es schien mir, als hätten die einen ihrer Besten an den BVB verloren: Sebastian Rohde schien fast allgegenwärtig zu sein. Dembele kann noch mehr als er zeigte – ja, und dann war da noch ein 19 Jahre alter Jüngling namens Felix Passlack. Der spielte so gut, dass er dem Brausewinde Franck Ribery, nicht nur den Spaß am Spiel nahm, sondern auch die Fassung des Routiniers. Nur mit Rot verdächtigen Mitteln konnte sich der Superstar dem unnachgiebigen Einsatz des jungen Dortmunders erwehren.

Also: Wichtig ist, dass er den ausgeschlafenen zu solchen Mittel provozierte, und das mit spielerischen Mitteln, das ist, was uns Fans in Erinnerung bleiben sollte. Und nicht das Jammer, über eine fehlende rote Karte. Und für alle, die den temperamentvollen Franzosen schimpfen: Die Wahrheit ist, dass er der primär Gefoulte war, danach aber unverhältnismäßig tätlich wurde. Und dann wären wir beim Kern. Die Art wie die Bayern und die Schiedsrichter mit dieser Form von Unverhältnismäßigkeit schon seit vielen Jahren umgehen, ist gleichbedeutend mit einer Freibrieferklärung für den toitschmeisterlichen Klub. Fast kommt es in den Augen Ribérys einer Majestätsbeleidung gleich, wenn ein Frischling ihn nichts ins Spiel kommen lässt, und ein Höfling des Herrn Hoeness, keilt dann eben aus, denn er muss beim ersten Mal ja keine Konsequenz befürchten.

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