Die Sparkasse hält noch dagegen: Andere erheben Gebühren als “Strafe” für Einlagen

Bei Unnas Sparkasse ist der Begriff Strafzins noch unbekannt. - Foto: Rudi Bernhardt

Bei Unnas Sparkasse ist der Begriff Strafzins noch unbekannt. – Foto: Rudi Bernhardt

Unna. Auf eines kann man sich ja verlassen: Diejenigen, die uns via allerlei Medien mit den neuesten Nachrichten versorgen, mühen sich redlich, alle Jahre wieder genügend dummdreist zu formulieren, dass immer wieder Nachschub zur Kür des Unwortes eines Jahres geliefert wird. Ganz vorn mit dabei sind heuer die Veröffentlichungen, die sich mit dem seriösesten, das man sich vorstellen kann, beschäftigen: dem lieben Geld. Da wurde etwas Verblüffendes erfunden, das wurde in Ermangelung einer zutreffenden Vokabel “Strafzins” getauft. Auch “Minus-Zins” genannt, aber beide haben eines gemein. Das sind die dämlichsten Verstecke sprachlicher Inkompetenz, die man sich nur vorstellen kann.

Zur Erklärung: Kern der Nachricht war, dass erste Genossenschaftbanken Zinsen dafür erheben, dass sie Infrastruktur vorhalten, und von ihrer Kundschaft Geld annehmen und bunkern. Als Begründung für solchen wirklich lachhaften Blödsinn nennen sie den Umstand, dass die Leitzinsen durch die Allgewalt der EZB auf Null Prozent tendiert werden.

“Strafzins” – also ich werde als Kunde bestraft, wenn ich Bankern mein Geld anvertraue, und das gleich mehrfach. Leihe ich mir Geld – beispielsweise für ein neues Auto – muss ich verständlicherweise Geld dafür zahlen – und zwar immer noch üppiger als bei Einlagen ich Zinsen verlangen könnte. Sobald ich der Bank mein Geld leihe, muss ich “Strafe” zahlen, leihe ich hingegen von der Bank soll ich wie gewohnt Zinsen löhnen. Schon komisch, oder? Das ist offenbar der ewige Widerspruch unserer Zeit. Man kann sein Geld am besten “arbeiten” lassen, wenn man über solche Mengen verfügt, dass es so richtig lohnt, dem Beispiel des steuerhinterziehenden Herrn Hoeness zu folgen

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