Unna, die Stadt des Lichts – gebündelte Lichtkunst mit überwältigender Strahlkraft

Keith Sonnier: "Tunnel of Tears", 2002 . Eine Attraktion für viele Besucher. - Foto: Stadt Unna

Keith Sonnier: “Tunnel of Tears”, 2002 . Eine Attraktion für viele Besucher. – Foto: Stadt Unna

Unna. Die Nacht der Lichtkunst am 26. November 2016 in der Region Hellweg (Ahlen, Bergkamen, Bönen, Hamm, Lippstadt, Lünen, Schwerte, Soest und Unna) – unbedingt vormerken. Mit Werken von Kazuo Katase, Mischa Kuball, Vollrad Kutscher, Maik und Dirk Löbbert, François Morellet, Jürgen Stollhans, Rosemarie Trockel, James Turell u.a.m. Eine Einladung an alle Menschen aus der Region, dem Ruhrgebiet und Rheinland, sich mit dem großen Spektrum der Lichtkunst in einer Nacht vertraut zu machen und sie hautnah zu erleben.

Die Nacht ist die Zeit der Lichtkunst. Lichtlandmarken, illuminierte Industriedenkmäler, Werke der Lichtkunst haben ihr mit ihrer ‚Leuchtkraft’ ein verändertes Gepräge gegeben – nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in jener Region, die sich östlich des Ruhrgebiets von Lünen und Schwerte im Westen bis Lippstadt im Osten erstreckt, der Hellweg-Region. Die jüngste Kulturregion Nordrhein-Westfalens ist Knotenpunkt, Kreuzung und Durchgangsstation entlang von Ruhr, Lippe und Hellweg, eine der ältesten Heer- und Handelsstraßen Europas. In diesem Raum begegnen sich schon sehr lange die unterschiedlichen Kulturen des heutigen Europas. Licht und Lichtkunst ist seit einiger Zeit hier ein zentrales Thema, das in den unabhängigen Stadtstrukturen konsequent aufgenommen wird. Das inzwischen weltweit bekannte Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna ist eines der maßgeblichen Ausgangspunkte dieser Bewegung, die als Projekt HELLWEG – ein LICHTWEG einen konkreten Rahmen gefunden hat.

Zurzeit umfasst das Projekt 40 Lichtkunstinstallationen. Der so entstandene Weg ist kein herkömmlicher Skulpturengarten, in dem man von Kunstwerk zu Kunstwerk wandelt. Seine Werke sind nicht austauschbar. Es sind Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf den jeweiligen Ort eingelassen haben – auf die vorgefundene Architektur und Landschaftsstruktur, das soziale Umfeld, die historischen und gegenwärtigen Sinnzusammenhänge, auf das, was diese Orte geprägt hat, unverwechselbar macht. Es sind Kunstwerke, die nur über ihre Umgebung erfahrbar sind, weil sie eine Koexistenz mit ihr bilden – mit einer Umgebung, die nicht zuletzt von den Menschen gebildet wird, die hier leben. Die entstandenen Arbeiten geben der nächtlichen Region ein neues Aussehen und offenbaren überraschende Momente. Sigrun Krauß, Stadt Unna, Geschäftsführerin von HELLWEG – ein LICHTWEG und Projektleiterin, über das Vorhaben: „Kunst im Zeichen des Lichts – eine Faszination für viele Menschen. Auch weil die Magie der Nacht als gemeinsame Erfahrung hineinspielt. Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement für die Sache immer wieder neue Formen annimmt und inzwischen mit zur kulturellen Identität in der Region beiträgt.“

Am 26. November 2016 wartet HELLWEG – ein LICHTWEG erstmalig mit einer konzertierten Aktion auf: Der Nacht der Lichtkunst, die Aktionen rund um die Lichtkunst in Ahlen, Bergkamen, Bönen, Hamm, Lippstadt, Lünen, Schwerte, Soest und Unna anbietet. Neben den einzelnen Programmpunkten vor Ort gehören verschiedene Lichtreisen zum Angebot, die den Parcours der einzelnen Lichtkunstwerke und die verschiedenen Programmpunkte verbinden und in denen der Besucher so unter fachkundiger Leitung die Lichtkunstwerke gleich zweier oder mehrerer Städte „erfahren“ kann. So gibt es vier verschiedene Städtekombinationen und insg. neun verschiedene Formate der Lichtreisen.

Dazu gehören eine Lichtreise für Familien, Vorträge und Führungen zu ausgewählten Lichtkunstwerken im öffentlichen Raum, eine Dämmerungsführung in den Skyspace von James Turrell, der Besuch der Sonderausstellung „Morellet“, einem der bedeutendsten Vertreter der Abstraktion und des Minimalismus, im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna. Shuttlebusse führen auf die Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen, von wo aus man nicht nur einen nächtlichen Blick über die Region genießen, sondern vor allem die Lichtkunstinstallation „Impuls“ der Brüder Maik und Dirk Löbbert von Nahem sehen kann. Lippstadt entführt den Besucher entlang der Lichtpromenade, während Hamm mit den „Brücken“ im Licht fasziniert.

Das Kunstmuseum Ahlen führt wiederum mit seiner Lichtkunstinstallation „Kaskade“ eine kurze spielerische Animationssequenz vor. Zum Verweilen lädt das Ruhrplateau hinter der Rohrmeisterei Schwerte mit dem puristischen Kunstwerk von Kazuo Katase und der scheinbar verspielten Installation von Rosemarie Trockel, Tochter der Stadt, ein. Soest verknüpft in seinen Lichtkunstwerken Historie und Neuzeit. Und in Bönen geht es hoch hinauf in die obere Etage des Förderturms der stillgelegten Zeche Königsborn III/VI, dessen Außenkanten mit gelben Lichtlinien des Lichtkünstlers Mischa Kuball markiert sind. Hoch hinaus geht es ebenfalls in Lünen, und zwar in die 14. Etage des Rathauses, von der man die Lichtkunstobjekte in der Stadt Lünen überschauen kann und die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Vorträge, temporäre Lichtkunstinstallationen, eine Licht-Tanz-Performance sowie Mitmachaktionen für Kinder runden das Programm ab.

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