Man muss nur danach fragen: Viele Köpfe – viele Ideen fürs generationsübergreifende Lebens-Quartier

Peter Apel holt die Meinungen der jungen Fachleute im Quartier ein. - Fotos: Quartiersbüro

Peter Apel holt die Meinungen der jungen Fachleute im Quartier ein. – Fotos: Quartiersbüro

Unna-Königsborn. An den beiden Kreativ-Camps, die das Quartiersbüro in Königsborn gemeinsam mit dem Büro „Stadtkinder“ zum Thema „Freiflächen“ veranstaltet hat, nahmen über 50 Bewohner im Alter von 7 bis 70 teil. Peter Apel, Planer von „Stadtkinder“: „Genau das ist unser Ziel. Wir möchten für alle Generationen im Quartier planen. Deshalb ist es wichtig, dass auch alle Generationen ihre Bedürfnisse nennen und ihre Ideen einbringen.“

Ob Mütter mehr Bänke an den Spielplätzen, Jugendliche sich einen überdachten Treffpunkt wünschen oder ältere und behinderte Menschen die Wegequalität im Quartier und im Kurpark bemängeln, Verbesserungen nützen allen Bürgern. Ein wichtiges Thema, das von den fast 40 Kindern immer wieder durch viele kreative Vorschläge eingebracht wurde, war das Thema „Bewegung“. „Das ist kein Wunder“, erläutert Quartiermanager Liberto Balaguer, „Kinder haben einen instinktiven Bewegungsdrang. Der Mangel an körperlicher Aktivität ist mittlerweile jedoch zu einem ernsten Problem nicht nur für Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft geworden.

Etwa jedes fünfte Kind ist übergewichtig.“ Das Kinder- und Jugendbüro der Kreisstadt Unna kümmert sich regelmäßig um die 113 aktiven städtischen Spielflächen und deren -geräte. Damit ist Unna im Bezug auf Spielflächen sehr gut aufgestellt, auch was die Qualität der Spielgeräte angeht.

Ebenfalls ein Thema während der Kreativ-Camps: ein Naturspielraum. Peter Apel, der Planer von „Stadtkinder“: „Kinder brauchen eine Umwelt, die man anfassen, fühlen, hören, riechen, in der man sich bewegen und Erfahrungen sammeln kann. Das von ihnen so häufig praktizierte Greifen nach Gegenständen aller Art wird zu einem ‘Be-Greifen’. Dieses Handeln ist ein wichtiger Teil der Entwicklung.“ Der Spielraum hat ausschließlich naturnahe Elemente und kommt ohne Spielgeräte aus. In die bestehenden Gehölzstrukturen werden behutsam Trampelpfade gelegt, lose Baumstämme und anderes Material sollen dabei Kinder zur Eigengestaltung anregen. Damit ist der Naturspielraum auch ein Lern- und Bildungsort, der Kindern spielerisch den Wert von Natur vermittelt.

Quartiermanager Dennis Sakowski: „An unseren beiden Camps haben sich aber auch rund 15 Erwachsene beteiligt und ihre Wünsche und Ideen eingebracht: Überdachte Fahrradständer, mehr Bänke und immer wieder die mangelnde Wegequalität waren dabei die wichtigsten Themen. Besonders ältere Menschen mit Rollator oder Gehstock haben auch auf die Unfallgefahren hingewiesen, die durch Baumwurzel oder lose Gehwegplatten bestehen. Jetzt gilt es die Vorschläge für die Freiflächen in Königsborn Süd-Ost auszuwerten und in einen Planungsentwurf einzuarbeiten. Nach dessen Präsentation und erneuter Beteiligung der Bewohner, stellt dieser den Plan für die Umsetzung dar. Bereits im kommenden Frühjahr werden voraussichtlich erste Veränderungen zu sehen sein.

Beitragsbild: Dieses Modell für eine spielerisch erfahrbare Hängebrücke bastelten die jugendlichen Teilnehmer.

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