Es ist EM und kaum jemand kann von dem Geschiebe begeistert werden

Liegt er schon im Abseits, oder lohnt es sich noch hinter zu laufen?

Liegt er schon im Abseits, oder lohnt es sich noch hinter zu laufen?

Ich bleibe dabei: Das ist die uninspirierteste EM ever. Wären nicht Island und Wales, mir wäre tatsächlich entgangen, dass sie schon bald den finalen Anpfiff erlebt – oder endlich den Abpfiff. Allein das Gewese rund um prominente “Fans” aus dem politischen Arsenal ewig Selbstdarstellender kann mich noch bisweilen überraschen: Dieser Trupp Unentwegter meldet sich auch dann noch zu Wort, wenn wirklich niemand mehr glaubt, dass sie zu diesem Thema etwas Gescheites beitragen könnten. Beispiel: Der bayerische Ministerpräsident in spe Marcus Söder, der offenbar glaubt, die Tatsache, dass seine Landeshauptstadt den deutschen Serienmeister beherbergt, mache ihn quasi automatisch zum Fußballfachmann. Der meint Mesut Özil twitternd abschwafeln zu dürfen, weil er seinen Elfer nicht gescheit versenken konnte. Zurecht fragen sich manche, ob er so auch dann reagiert hätte, wen der unglückliche Schütze Thomas Müller gewesen wäre oder beim FC Buyern gespielt hätte. Marcus Söder faselt eben zu jedem Thema, auch wenn er lieber mal den Mund halten sollte. Nur am Rande: Özil hatte vor dem Elfer-Patzer das teutonische 1:0 erzielt – aus dem Spiel.

Ewald Lienen, der Mann, der den FC St. Pauli wieder so schnell wie möglich erstklassig machen sollte, er rechnete unlängst wie bei ihm üblich geharnischt mit den Profiteuren solcher Veranstaltungen ab. Er verstünde es nur zu gut, wenn manche Spieler solche Turniere nur als Belastung empfinden. Statt mal Urlaub mit der Familie oder Freunden machen zu können, müsse den Terminplänen von Fußballverbänden gefolgt werden. Und für die Verbände gehe es nicht um Sport, sondern um den Profit, der mit dem Sport zu machen sei. Stimmt!

Aber zurück zu dieser teils hilflosen EM. Nicht nur “la Mannschaft” besticht durch beschränkte Mittel und benötigt das finale Elfmeterschießen, um irgendetwas Entscheidendes auf die Spielfläche zu bringen. Auf die taktik-schläfernden Begegnungen der Vorrunde – einzige Lichtblicke die sogenannten “kleinen Nationen”, deren überraschende Leistungen für positive Abwechslung sorgten – nach diesen Spielen mit dem Unterhaltungswert von Redebeiträgen des Bundesinnenministers folgten die ängstlichen K.O.-Spiele, die gern mal da Heil im Elfer suchten. Eben EM 2016. Allgemeines Exit des beigeisternden Fußballs. Wales und Island und vor allem deren Fans und Fußballkommentatoren. Sie haben was vom kollektiven Rausch eines Spiels, das einen in 90 (oder mehr) Minuten in den Wahnsinn treiben kann.

Aber, was merkte mein Freund Bernd Berke an? “Das kann einem doch wirklich niemand erzählen, dass unter 80 Millionen Menschen ausgerechnet Figuren wie Steffen Simon, Tom Bartels und Béla Réthy die besten Fußballkommentatoren sein sollen.” Recht hat er!

Und auch Rolf Stöckel sei ein gutes Zitat gegönnt: “Schlechtes Spiel, schlechtes Elfmeterschießen…. Ich drücke Wales die Daumen.”

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