Mit ihm gewann Bönen nach dem Krieg ein neues Gesicht: Das Urgestein Hermann Hippler lebt nicht mehr

Mike Groschek ehrte Hermann Hippler (rechts) noch für 65 Jahre  Mitgliedschaft in der SPD. - Foto: SPD

Mike Groschek ehrte Hermann Hippler (rechts) noch für 65 Jahre Mitgliedschaft in der SPD. – Foto: SPD

Als die Zeche dicht gemacht wurde, bauten Hermann Hippler und Freunde die Gemeinde Bönen um. - Foto: Privatarchiv Presch

Als die Zeche dicht gemacht wurde, bauten Hermann Hippler und Freunde die Gemeinde Bönen um. – Foto: Privatarchiv Presch

Bönen. Manchmal sind Neuigkeiten schlicht so geartet, dass man auf ihre Mitteilung gerne verzichtet hätte. Gestern war es Dirk Presch, der mir eine solche überbrachte. Unser guter alter Freund Hermann Hippler sei gestorben. Das ist so traurig, denn mit Hermann starb ein wesentliches Stück der Bönener Nachkriegsentwicklung. Mit Hermanns Tod verließ uns eine Persönlichkeit, die “sein Bönen” über Jahrzehnte mitgestaltete, sein äußeres Auftreten mitprägte, der fleißig und entschlossen ins kommunalpolitische Rad griff und mit zu lenken versuchte, denn seinen Beruf als Bönens Baudezernent begriff er stets als sehr politisch. Weil Hermann Hippler immer wusste, dass sein Job es nun mal mit sich brachte, dass seine Folgen im Gesicht der Gemeinde sichtbar bleiben würden und das jahrzehntelang.

Hermann Hippler lebt nicht mehr. 88 Jahre wurde er alt, 65 Jahre dieser Lebenszeit widmete er der SPD. Ihr schloss er sich an, als Deutschland meinte, sich wiederbewaffnen zu müssen. Hermann nahm es als Zeuge des Kriegswahninns sehr ernst mit seiner Überzeugung, dass solches nie wieder geschehen dürfe. Und er nahm die Inhalte sehr ernst, die seine Partei vertritt. Wenn er auch nie in eine Haltung verfiel, die es ihm möglich machte, alles was früher geschah für besser zu halten.

Manches würde er heute unterlassen, manches anders anfassen als er es tat. An mancher Stellschraube hätte er nachjustieren müssen. Hermann Hippler hatte die Gabe, selbstkritisch zu sein. Auch wenn er bisweilen ein Querkopf sein konnte; einer, an dem seine Umgebung sich gehörig abarbeiten konnte. Jakob Wienhusen musste das einst als Bürgermeister aushalten und später sein Nachfolger Rainer Eßkuchen ebenfalls.

Eine Leidenschaft neben der Politik und seiner Familie war noch der Sport. Als Mitbegründer des RSV Altenbögge und des Tennisvereins Rot-Weiß Bönen war er ein wuchtiger Teil der Interessenvertretung für alle Sportler in der Gemeinde. Der SPD stand er als Gemeindeverbandsvorsitzender vor, war Jakob Wienhusens Nachfolger. Später wurde Hermann Hippler Ehrenvorsitzender. Und als Mike Groschek ihn für 65 Jahre Treue zur SPD ehren sollte, ließ er einige wissen, dass er wohl zum vorgesehenen Termin nicht so gut drauf sein werde. Am Ehrentag aber machte er Sohn Stefan flott, er müsse jetzt aber sofort zur Ehrung. Und Stefan fuhr, Hermann ließ die Zeremonie glücklich über sich ergehen, wenn er auch etwas kurzatmig danach war.

Hermann Hippler hat sich um Bönen und den Kreis Unna verdient gemacht. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.

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