Mats, wat machste nur? Grottenblöde Entscheidung

SüdtribüneDortmund. Ich geb’s ja zu, ordentlich Zweckoptimismus war schon dabei, als ich dieser Tage meinem Freund und Fan im schwatz-gelben Geiste Bernd Berke voller Überzeugung in seine Zweifel über die zukünftige sportliche Heimat des Spielers Matthias Julian Hummels schrieb, dass dieser ewig Dortmunder bleiben werde. Aber ich bin nun mal ein gutgläubiger Mensch. Und ich setze nun gern auch mal die Intelligenz voraus, die ich bei Menschen zu erkennen glaube, deren eloquente Art die eigene Arbeit zu analysieren, durchdacht erscheint.

Okay, Mats Julian Hummels habe ich da allen Anschein nach ziemlich überschätzt. Hätte er Liverpool genannt als letzte Herausforderung einer angejahrten Karriere, oder den königlichen Verein in Spanien mit hauseigener Gelddruckmaschine, okay dann hätte ich ja das Profi-Gesabbel von den sportlichen Herausforderung ja noch verstanden. Aber Bayern, nee. Die hatten ihn nach eigenem Bekunden schlecht behandelt. Die hatten nachweislich seine überragende Veranlagung nicht wahrgenommen. Die hatten seinen Vater und Berater gefeuert. Alles vergessen?

Man, müssen die sprengend mit ihrem Gehaltsgefüge umgehen. Anders wäre doch so eine vollkommen unverständliche Affinität kaum zu erklären. Hier der unvergleichliche BVB, hier die noch unvergleichere Südtribüne. Hier das bestfrequentierte Stadion Europas. Hier ein Verein mit funktionierenden Strukturen, bei dem der Spieler Mats Julian Hummels geliebt und höchst geachtet wurde. Und hier der Verein, dessen großartige Arbeit erst den großartigen Spieler Mats Julian Hummels erst zu dem machte, was er wurde.

Und dort die Buyern, mit einem Stadion, das höflichen Applaus spendet, wo Dortmunds Südtribüne in leidenschaftliche Raserei übergeht. Dort die Buyern, die sich nur mit dem Ankauf der spielerischen Klasse bei konkurrierenden Vereinen in der Liga deren sportliche Qualität vom Hals halten können. Dort die zugegeben beste Vereinsstruktur der Liga, bei gleichzeitiger Entmenschlichung des “Spielermaterials”. Und da ist Mario Götze nur ein Beispiel.

Mats Julian Hummels hatte das Zeug, eine Dortmunder Legende zu werden. Er wäre so einer wie Nobby gewesen, oder Kalle Riedle, oder Timo. Ihm hätten Türen offen gestanden, wo der Süden applaudierend Spalier gestanden hätte, wenn er sie durchschritten hätte. So wird er nun in der Vergessenheit versinken, in der zahlreiche schon darben, die mal für den BVB gespielt haben. Und bei den Buyern ist er schon jetzt einer von vielen.

Bleibt zu hoffen, dass er viel, viel Geld bringt, für das der BVB wieder Talente in seine Mannschaft holen kann, sie zu sportlicher Höhe führt, und die dann von Bayern weggekauft werden. So brächte er doch noch was für den Verein, der ihn so wertvoll machte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.