Bei Uhrmacher Wienken glänzt das Handwerk golden, hoffentlich noch lange

50-Jahre-WienkenUnna. Über „Zeit-Diebe“ und andere Zeitgenossen diskutierten engagiert Uhrmachermeister Anton Wienken (83, r.) und Sohn Christian Wienken (53, l.) mit ihrem Gast Volker Stein (Geschäftsstellenleiter Unna der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe) jetzt im Ladenlokal der Familie Wienken. Anlass: die Doppel-Ehrung zum Goldenen Meisterbrief (für Wienken senior) und zum Goldenen Geschäftsjubiläum der Firma.

Nach seinen Lehr- und Wanderjahren (u.a. in Olfen, Münster, der Schweiz und Düsseldorf) war Anton Wienken Mitte der 1960-er Jahre nach Unna gekommen, um den renommierten Betrieb Beckmann hier zu übernehmen und sich selbständig zu machen. 20 Jahre darauf wurde (gleich nebenan) das Eckhaus frei, und Wienken griff zu: Seitdem ticken die Uhren hier in der Bahnhofstraße 34.

Sohn Christian entschied sich später zur eigenen Goldschmiede-Meisterschaft, übernahm 1998 den väterlichen Betrieb und beschäftigt heute fünf MitarbeiterInnen – unter anderem auch Vater Anton immer gerne dann, wenn die Kunden alte Uhren bringen, „die Mitte des Jahrhunderts üblich waren, es aber in meiner Generation schon nicht mehr gab.“

Überhaupt: Zeit und Uhren heute! Beide Wienkens fragten wie aus einem Munde: „Wer nimmt sich denn noch die Zeit und interessierte sich für handwerklich-anspruchsvolle Uhren?“ Besonders ein Phänomen macht Junior und Senior gleichermaßen sauer: „Die modernen Zeit-Diebe, die im Fachgeschäft Beratung wollen (natürlich kostenlos!), dann mit diesem Fachwissen ausgestattet im Internet auf Schnäppchenjagd gehen und später wieder vor Ort meisterlichen Service und schnelle Reparaturen zu kleinem Geld verlangen – wer soll das können? Auch ein handwerkliches Familienunternehmen mit Meistertiteln muss sich da der Zeit anpassen und am Markt ausrichten …!“

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