Großes Theater: “Einsteins Verrat” in der Stadthalle

Matthias Freihof spielt den Albert Einstein so brillant, wie der als Wissenschaftler war. - Fotos: zur Verfügung gestellt von Stadt Unna

Matthias Freihof spielt den Albert Einstein so brillant, wie der als Wissenschaftler war. – Fotos: zur Verfügung gestellt von Stadt Unna

Unna. Schönes Theater: Am 26 April ist mit „Einsteins Verrat“ ein Schauspiel von Eric-Emmanuel Schmitt in der Stadthalle Unna zu sehen. Gezeigt wird eine spannende Geschichte zwischen Fiktion und Realität und vor allem mit aktuellen Bezügen.

Drei Männer treffen an einem See in Princeton/New Jersey aufeinander: Der erste Mann ist ein Vagabund, der seinen Sohn im Ersten Weltkrieg verloren hat und deswegen die Deutschen hasst. Bei dem zweiten Mann handelt es sich um den weltberühmten Wissenschaftler Einstein, der vor den Deutschen in die USA geflohen ist. Und dann ist da noch ein FBI Agent, der Verrat wittert und den Vagabunden erpresst, Albert Einstein zu bespitzeln. Daraus entstehen diese menschlich tiefen Dialoge voll hintergründigem Humor mit denen der Autor die Widersprüche des überzeugten Pazifisten Einstein zu hinterfragen weiß. Dargestellt wird ein Mensch mit Güte, Wärme, Witz, aber auch mit all seinen Zweifeln und Selbstzweifeln.

Das Tourneetheater Thespiskarren unter der Regie von Paul Bäcker füllt die beiden Hauptrollen stark aus: Volker Brandt gibt einen kämpferischen Vagabunden, der Albert Einstein unbeeindruckt die Zähne zeigt. Matthias Freihof vermittelt brillant Einsteins Skrupel, zeigt einen verzweifelten Menschen, der das Gute will, aber unversehens das Böse fördert. Der Autor Eric-Emmanuel Schmitt legt in anrührenden Bildern die inneren Konflikte eines Wissenschaftlers im Spannungsfeld des vergangenen Jahrhunderts dar. In einer Zeit, in der wissenschaftliche Entdeckungen das Weltbild radikal veränderten und die Menschheit mit der Atombombe das Mittel zur eigenen Vernichtung an die Hand bekam.

Die Theateraufführung findet am 26. April 2016 um 20 Uhr in der Stadthalle Unna statt. Eintrittskarten (12,00 Euro) sind im Vorverkauf im i-Punkt im zib oder an der Abendkasse erhältlich.

Info: i-Punkt im zib, Lindenplatz 1, Unna, Tel. 02303/103-777

Darsteller:

Matthias Freihof studierte von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und baute sich eine Karriere als Schauspieler und Sänger auf. Er arbeitete an verschiedenen großen Berliner Theatern und wirkte als Entertainer in mehreren Cabaret- und Showprogrammen im Berliner Palast der Republik und im Friedrichstadtpalast mit. Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte Matthias Freihof mit seiner Hauptrolle in dem preisgekrönten DEFA-Film „Coming Out“ von Heiner Carow. Er war Meisterschüler der weltbekannten Brecht-Interpretin Gisela May und arbeitete zu Beginn der 90er Jahre als externer Schauspielpädagoge an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Nach dem Mauerfall etablierte sich Matthias Freihof mit Serien-, Haupt- und Episodenrollen im deutschen Fernsehen, vor allem in der Rolle des Kommissars Lorenz Wiegand in der ZDF-Serie „Siska“. Hervorzuheben ist auf jeden Fall seine Rolle als Flugzeugpilot der entführten „Landshut“ in Heinrich Breloers zweiteiligem Fernsehfilm „Todesspiel“.

Volker Brandt wurde 1935 in Leipzig geboren und erhielt seine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach dem Studium folgten Engagements am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem er unter der Generalintendanz von Gustaf Gründgens sechs Spielzeiten angehörte, den Städtischen Bühnen Frankfurt, dem Theater in der Josefstadt Wien sowie fünf Jahre am Schillertheater Berlin. Er arbeitete bundesweit mit bedeutenden Regisseuren wie Piscator, Barlog, Lietzau und Tabori. Neben Theatertourneen wurde Volker Brandt Anfang der 70er Jahre auch im Fernsehen zu einem der gefragtesten Darsteller. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie Derrick, Ein Fall für Zwei, Wolffs Revier und Soko 5113 ist vor allem seine Rolle des „Kommissar Walther“ in 7 Folgen Tatort zu nennen, ebenso wie seine Rolle des Schwerenöters „Dr. Schübel“ in der legendären Serie Die Schwarzwaldklinik. Darüber hinaus hat er sich auch als gefragter Synchronsprecher einen Namen gemacht und leiht vor allem Michael Douglas seit mehr als 30 Jahren seine Stimme. Außerdem hat Volker Brandt zahlreiche Hörbücher eingesprochen, zusammen mit Susanne Meikl hat er literarische Programme im Repertoire.

Regie:

Paul Bäcker lebt seit mehr als 25 Jahren in Düsseldorf und ist als Schauspieler, freischaffender Regisseur, Lektor und Übersetzer tätig. Er führte in ca. 150 Inszenierungen Regie, vor allem an den Theatern Aachen, Bonn, München und Stuttgart. Des Weiteren übersetzte er eine Vielzahl von Stücken aus dem Englischen und Französischen, oft in Zusammenarbeit mit seiner Frau Anette. Von besonderer Bedeutung sind die Stücke Eric-Emmanuel Schmitts, welche von Paul und Anette Bäcker nicht nur übersetzt, sondern auch von ihm inszeniert wurden und werden. Für den THESPISKARREN inszenierte Bäcker bereits das Erfolgsstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ mit Ilja Richter in der Hauptrolle.

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