Wenn sich zwei Westfalen in München treffen

Hartmut LarsUnna-Massen/Oschtalb/München. Zwei Westfalen – der eine mittlerweile (noch) in schwäbischer Diaspora lebend, der andere zwar heimattreuer Massener geblieben, aber mit einem erblichen Genfehler ausgestattet, was fußballerische Vereinsvorlieben angeht, sie liefen sich im zweifellos schönen München (sieht man mal von der Nachbarschaft zu Seehofer und dem FC Buyern ab). Handy sei Dank, die telefonische Kontaktaufnahme vor Ort hatten die beiden westfälischen Osterausflügler vorab vereinbart. Und so geschah es, dass Lars Reckermann, einst WR-Redaktionsleiter in Unna, später stellvertretender Chefredakteur des Blattes als es noch journalistisch lebendig war, noch später Chefredakteur der Ostälbischen und in Bälde Chefredakteur der Nord-West-Zeitung am anderen Ende der Republik (Oldenburg) via Cellphone Hartmut Ganzke anläutete, Landtagsabgeordneter aus Unna-Massen. Und wo erwischte er ihn. Nein, weder auf dem Marienplatz, auch nicht beim Weißwurst-Frühstück im Spöckmeier oder beim exzessivem Feinschmecker-Einkauf auf dem Victualienmarkt, nein – in einem Buyern-Fanshop, weil dem guten Hartmut offenbar noch ein paar rot-weiße Devotionalien fehlen. Ich vermute, es waren Nachbildungen der verkümmerten Schwalben-Flügel von Arjen Robben, die seine umfassende Sammlung vervollständigen sollten. Wie dem auch sei, die beiden Westfalen mit den so sehr divergierenden Fußball-Vorlieben fanden sich, tranken gepflegt eine Maß und vermieden jegliche Kurzpass-Philosophie, sondern tauschten heimatliche Gedanken aus, wie etwa das Schwärmen von Zeiten, als Schreibende in der Heitmatstadt noch den rechten Fußballverstand pflegten und sich recherchierend um Informationen bemühten, bevor sie panwestfälische Zeitschriften befüllten. Zwei Genießer in der bayerischen Landeshauptstadt bei Brez’n, Bier unter weiß-blauem Himmel. “A guat’n und Prosit!”

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