SPD-Kreistagsfraktion stellt vor Ort fest: Wir können Integration, aber für die aktuellen Herausforderung braucht es Personal und Geld von Bund und Land

Auf dem Bild: Marina Raupach (KI) - 3. vl Angeika Chur  - 4. vl Brigitte Cziehso - 5. vl Torsten Göpfert - Kreissozialdezernent - Mitte hinten. - Foto: SPD

Auf dem Bild: Marina Raupach (KI) – 3. vl
Angelika Chur – 4. vl
Brigitte Cziehso – 5. vl
Torsten Göpfert – Kreissozialdezernent – Mitte hinten. – Foto: SPD

Kreis Unna. 1989 nahm der Vorläufer – das hieß damals noch “Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA)” – des Kommunalen Integrationszentrum (KI) als landesweit erstes in einem Kreis die Arbeit auf. Die heutige Leiterin des KI, Marina Raupach war von Anfang an dabei. Auch bei der Gründung damals auf dem Foto: Angelika Chur, die heutige Vorsitzende des Kreissozialausschusses. Unter ihrer Leitung besuchte jetzt die SPD-Kreistagsfraktion die Einrichtung an der Schulstraße in Bergkamen.

„Wir haben mit dem KI eine Einrichtung, die weiß wie gelingende Integration funktioniert“, stellt Angelika Chur fest. Waren es in den Anfangsjahren im Schwerpunkt die Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien um die man sich kümmerte, so stellen aktuell Flüchtlinge eine besondere Aufgabenstellung auch für das KI dar. “Auch wenn wir wissen wie es geht”, so Angelika Chur, “stellt die bloße Zahl die Herausforderung dar.” Daher stünden ausreichend Personal und auch Mittel für Projekte auf dem Anforderungszettel gegenüber Land und Bund. Und das Land unterstütze derzeit die Arbeit des KI zusätzlich, konnte Marina Raupach berichten: Zum Beispiel mit dem Projekt KommAn. Hier werden mit 160000 Euro die Kommunen in der Arbeit mit Flüchtlingen ausgestattet. Das KI selber erhält 1,5 Stellen zusätzlich. Über die Vorgängerprogramme des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration stellte das KI rund 50 Tsd. Euro für das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe bereit. Im Kreis geht ging das Geld an 18 Kooperationspartner.

Die Sozialdemokraten informierten sich ausführlich auch über das Pilotprojekt Go-In. Ziel ist eine strukturell abgesicherte Beschulung von Flüchtlings- Zuwandererkindern, umgesetzt in Kooperation mit der Schulaufsicht, den Schulen und den Städten und Gemeinden im Kreis. „Go-In ist der richtige Weg“, unterstrich die Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag Brigitte Cziehso. Von Anfang an werden hier die ankommenden Kinder normal beschult, an allen Schulformen und an ihren Potenzialen ausgerichtet. Der Forderung nach Auffangklassen, zum Beispiel aus Schwerte, erteilen sie Sozialdemokraten eine Absage. Integration von Anfang an und keine Separierung ist der richtige Weg, machten sie deutlich.

Auch wenn die Zahlen steigen und jetzt mit rund 1100 GO-In-Schülern doppelt so hoch liegen wie im Schuljahr 14/15 haben nach Auskunft von Marina Raupach fast alle Kinder und Jugendliche im Rahmen Go-In einen Schulplatz bekommen.

Ein Defizit wurde aber auch benannt: Was machen wir mit Heranwachsenden im Alter von 15/16 Jahren, die erst alphabetisiert werden müssen? Hier seienunsere Systeme nicht ausreichend vorbereitet. Es müsste an einzelnen Schulstandorten der konkrete Unterstützungsbedarf ermittelt werden. Wichtige Botschaft vom Kreissozialdezernenten Torsten Göpfert in dem Gespräch mit der Fraktion: Keine Schule dürfe überfordert werden!

Mit dem Go-In-Pilotprojekt nimmt der Kreis Unna über das KI auch an dem Bundesprogramm Bildung durch Sprache und Schrift (BISS) teil. 13 Schulen aus dem Kreis sind mit dem KI bis 2019 dabei.

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