Dietmar Köster: Steuerflucht sorgt für das wachsende Klaffen der Armutsschere – Hier muss Europa eingreifen

Reicht die Verantwortung an Europa weiter: Die Steueroasen trockenlegen: Dietmar Kösten

Reicht die Verantwortung an Europa weiter: Die Steueroasen trockenlegen: Dietmar Kösten

Brüssel/Revier. Anlässlich des Welttages der Sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar fordert der SPD-Europaabgeordnete Prof. Dr. Dietmar Köster ein radikales Umdenken in der Einstellung zur Verteilungsgerechtigkeit: „Erst zu Beginn des Jahres hat eine neue Oxfam-Studie bewiesen, wie dramatisch die Armut vieler und zugleich der Reichtum einiger weniger zunimmt,“ erinnert Dietmar Köster, der auch die EU in der Pflicht sieht, den globalen Reichtum gerechter zu verteilen.

„Dass 62 Menschen so viel Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also 3,5 Milliarden Menschen, zeigt die soziale Ungerechtigkeit der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung. In den letzten fünf Jahren ist das Vermögen der Superreichen um sagenhafte 44 Prozent oder etwa 540 Milliarden Dollar gestiegen, während der Besitz der ärmeren Hälfte der Menschheit im gleichen Zeitraum um etwa eine Billionen Dollar (1000 Milliarden) zurückging. „Diese Zahlen sind für die soziale und wirtschaftliche Lage der Welt alarmierend. Denn die horrende Zunahme der sozialen Ungleichheit ist nicht nur verheerend für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, sondern auch ein Hemmschuh für die weltwirtschaftliche Konjunktur“, sagt Dietmar Köster.

Die konkrete Maßnahme, zu denen die europäische Politik verpflichtet sei, bestünde nach Dietmar Kösters Ansicht vor allem darin, Steuerflüchtenden das Handwerk zu legen: „Die Europäische Kommission geht derzeit davon aus, dass den Mitgliedsstaaten jährlich eine Billionen Europa durch Steuerflucht entzogen werden. Alleine Deutschland könnte jährlich 160 Milliarden Euro mehr einnehmen, wenn die EU die Steueroasen in Europa konsequent trockenlegte und aktiv gegen die Kapitalflucht großer Unternehmen vorginge. Diese Gelder werden dringend für Investitionen in Daseinsvorsorge, Bildung und Soziales benötigt“, führt der Professor für Soziologie aus.

Nur so könne man dem Zustand von sozialer Gerechtigkeit näherkommen. „Erst wenn die Zahl der Menschen, die sich von Europa materiell und sozial abgehängt fühlen, sinkt, kann Rechtsextremisten und Antidemokraten der Boden entzogen werden. Der funktionierende Sozialstaat ist die Basis einer stabilen Demokratie, während die einseitige Entfesselung der Marktkräfte sie zerstört. Soziale Gerechtigkeit muss daher grenzenlos gedacht werden,“ so Köster abschließend.

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