Das waren aufregend tolle Wochen im Wahlkampf für Uwe Kutter

Unna/Hemer. Das waren besondere Wochen. Das waren Wochen, in denen ich Uwe Kutter – Unnas Multifunktionsbeigeordneten – unter einer auch für mich ganz neuen Beleuchtung erlebte. Das waren Wochen, innerhalb derer ich viele für mich neue Menschen traf und wir uns gestern versprachen, dass wir uns gegenseitig im Auge behalten werden. Das waren diese Wochen, in deren Verlauf ich Uwe Kutter während seiner Kandidatur fürs Bürgermeisteramt in Hemer, seiner Wirkungsstätte, bevor er nach Unna kam, begleitete. Merkwürdig ist es ja schon, dass diese Wochen vorüber sind. Diese inzwischen schon angenehm gewohnten Kontakte jetzt unregelmäßiger ausfallen werden. Der erste Wahlgang lief am Sonntag. Deutschland bejubelte gerade im TV die frisch errungene Europameisterschaft, als Michael Heilmann von der Hemeraner UWG die Szene im dortigen Rathaus betrat und sichtlich überrascht seine 46,23 Prozente beklatschen ließ. Er hängte sowohl Wolfgang Römer von der CDU (27,63 %) ab – was mich nicht überraschte – als auch Uwe Kutter (21,73 %) – was mich in diesem Ausmaß völlig überraschte. Abgeschlagen der 4. Kandidat, Friedhelm Hepping mit 4,41 %.

Uwe Kutter und Michael Heilmann werden während Deutschland die Europameisterschaft im Handball bejubelt zum Wahlausgang interviewt. - Fotos: Rudi Bernhardt

Uwe Kutter und Michael Heilmann werden während Deutschland die Europameisterschaft im Handball bejubelt zum Wahlausgang interviewt. – Fotos: Rudi Bernhardt

Nun gehen Michael Heilmann und Wolfgang Römer in die Stichwahl. Ich bin mal so kühn, dem ersteren die besseren Chancen einzuräumen. Ebenso bin ich traurig, dass Uwe Kutter – wie gesagt für mich nicht sachlich-fachlich nachvollziehbar, hinter dem CDU-Kandidaten blieb. Da blieb ein Teil der unermüdlichen Anstrengungen von SPD und GAH (Grüne Alternative Hemer) stecken. Aber in einer Hinsicht konnten alle Beteiligten am Abend während der gemeinsamen Rückschau auf die zurückliegenden Wochen beim vorzüglichen Griechen sich einig werden. Von den ehemals 75 Prozent Übermacht der CDU bei der vorangegangenen Bürgermeisterwahl blieben den unschlagbar scheinenden Herren im Rathaus nur klägliche 27 Prozent. Dass der Erdrutsch indes in Richtung Michael Heilmann poltern würde, war in der Heftigkeit wie es für die CDU talwärts ging nicht erwartet worden.

Uwe Kutter zeigte an diesem Wahlabend professionelle Körperbeherrschung. Der ihn umgebenden Anhängerschar entfuhr das eine oder andere “Schei..”, wenn der Prozentbalken abwärts rutschte, der via Leinwand allen Gästen im Rathaus vor Augen geführt wurde. Er konnte aber seinen sachlichen Stil durchhalten, reagierte humorvoll und zitierte seine Ehefrau und dass sie sich freuen werde. Schließlich würde so sein Ruhestand doch wie bisher vorgesehen ein Jahr früher beginnen. Während der gemeinsamen Heimfahrt allerdings konnte er enttäuschter Mensch sein. Viel persönliche Anstrengung, viel inhaltlicher Einsatz, viel technische und inhaltliche Bewegung in Hemers Parteienlandschaft und doch so wenig Prozente. In die Stichwahl wäre er doch gern gegangen, die hätte er sich auch unbedingt verdient, und das in jeder Hinsicht.

Am Ende will ich mal völlig parteiisch und deutlich sein. Uwe Kutter war mit dem Versprechen in den Wahlkampf gegangen, dass er “Kompetenz für Hemer” mitbringen wolle. Michael Heilmann sagte während des Wahlkampfes kaum Konkretes und viel Interpretierbares. Zu Wolfgang Römer wurde der Spruch geboren: “Mein Name ist Wolfgang Römer – das K steht für Kompetenz!” (Fand ich wirklich gut.) Nun kann ich nur einen letzten Rat geben: SPD und GAH sollten ihre jeweilige Anhängerschar dazu aufrufen, bei der Stichwahl Michael Heilmann zu wählen. Sie sollten ihre jetzt geübte Zusammenarbeit konstruktiv und kritisch gestaltend fortsetzen. Antworten für Hemers Zukunft haben nur die parat, denen auch mal deftige Kritik an den Handlungen der Mehrheiten einfällt.

Schade, Uwe, aber der gemeinsame Ritt war der Mühe wert.

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