Causa Risadelli: Beide Seiten lehnten Güte beim Gütetermin trotz richterlicher Mahnungen ab

Unna/Dortmund. Das war mal ein Auftrieb, mit dem Arbeitsrichterin Pfeiffer so nicht gerechnet hätte. Neben uns als “Rentnergang” skizzierter Delegation bestehend aus Uwe Kornatz, Heinz Steffen, Tim Scheideler und mir war auch noch Jungvolk nach Dortmund ins Behördenhaus am S-Bahnhof Stadthaus gereist, wo am Morgen im Verhandlungsraum 133 der öffentliche Gütetermin im Rechtsstreit zwischen dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion Unnas und seiner ehemaligen Geschäftsführerin Bärbel Risadelli stattfand.

Ein Termin war’s ohne Zweifel, sogar ein ziemlich langwieriger für solche Verhältnisse, Güte war hingegen weniger zu spüren. Obwohl eigentlich relativ ausführlich Standpunkte geklärt wurden, stellten sich genau diese ziemlich verhärtet dar. Da halfen auch die richterlichen Wegweisungen nicht zu einer Annäherung der Positionen. Beide Seiten wollten sich nicht auf einer Mitte treffen, wohlgemerkt beide. Nun wird es am 3. Mai weiter gehen.

Nicht nur die zitierte “Rentnergang” (ich bin eigentlich der einzige, alle anderen sind Pensionäre) war flankiert von einiger Jugend angereist, auch der unvermeidliche Rats-Pirat Christoph Tetzner wollte schauen, was denn beim ersten Aufschlag dessen, was seine denkwürdige E-Mail seinerzeit angeschoben hatte, heraus kam. Mit ihm reihte sich eine bunt gemischte Zuhörerschar ins immer enger werdende Sitzungszimmer, sogar der Dortmunder WDR fand den Anlass würdig, zwar mit kleinem Besteck, aber immerhin filmisch festzuhalten, was für ein neugieriger Andrang herrschte.

“Unser aller Pirat, Christoph Tetzner, …” wie er nachgerade familiär im Originaltext der besagten E-Mail benannt wird, raunte während der halben Verhandlungsstunde immer wieder kommentierend in die ihm benachbarte Runde. Er – so mailte die Fraktionsgeschäftsführerin dem zitierten Ortsvorsteher – lege “großen Wert darauf, dass es (das Thema) nur an Dich (gemeint ist der Ortsvorsteher) vertraulich weiter geleitet wird …” Und noch einmal zur Verstärkung wird gemailt: “Außerdem war er (Tetzner) absolut nicht damit einverstanden, dass ich diese Infos auch an Volker (König) weiter leite.” Und zum Vertrauensbeweis: “Wer mich um Vertrauen bittet, der bekommt es auch!”

SPD-Fraktionsvorsitzender ist Volker König, handelnde Fraktionsgeschäftsführerin war Bärbel Risadelli. Vor der besagten E-Mail-Korrespondenz hatte ihr Fraktionsvorsitzender zu dem Thema geäußert, dass dies kein solches mehr für ihn sei. Wie merkte noch ein junger Arbeitnehmer heute an. “Wenn mein Chef mir sagt, dort geben wir kein Angebot mehr ab, dann tue ich dies auch nicht. Sonst kann ich mir auch gleich einen neuen Arbeitsplatz suchen.”

Zur Rolle eines Ortsvorstehers sei noch erläuternd angemerkt. Ein solcher ist ein Ehrenbeamter, sozusagen der Bürgermeister seines Ortsteils. Seine Rolle ist assoziiert dem jeweiligen gewählten Bürgermeister. Ortsvorsteher sind in erster Linie keine Mitglieder einer Ratsfraktion, sie können es zwar sein, müssen es aber nicht.

Zwischendurch entfernte sich Bärbel Risadellis Anwalt Andreas Keuneke von der reinen Faktenschilderung und warf Mutmaßungen über Ursprungs-Motive für den gesamten Streit in den Raum 133. Da sei wohl eine dem Fraktionsvorsitzenden genehmere Person im Visier.

Am 3. Mai wird nun vor dem Arbeitsgericht gewürdigt, welches Gewicht welche Argumente haben. Alles weitere wäre so spekulativ wie Andreas Keunekes Einwurf.

Beitragsbild: Nicht nur das heimische mediale Interesse würzte den Gütetermin, auch den Dortmunder WDR kam, wenn auch mit kleine Besteck.

1 comment for “Causa Risadelli: Beide Seiten lehnten Güte beim Gütetermin trotz richterlicher Mahnungen ab

  1. Kalla Kracht
    30. Januar 2016 at 18:26

    Lieber Rudi, altes Haus,

    bin nicht in Unna und auch nicht in Massen. Habe gerade im Internet deinen Bericht gelesen. Da wird ein “zitierter Ortsvorsteher” erwähnt – das ist zweifelsfrei doch ein gewisser Dr. Peter Kracht!? Bei dir habe ich journalistisch vor langer Zeit einmal gelernt: Immer Namen nennen! Du kennst mich aber doch noch, oder?? So wie es jetzt da steht, sieht´s für das geneigte Publikum so aus, als sei ein Ortsvorsteher so irgendein Dummerchen….

    Unter uns: Das finde ich nicht schön, Rudi!!

    Liebe Grüße
    Kalla

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