Hartmut Ganzke: Ein Minister namens Laschet (CDU) machte die Landesstelle platt und nahm dem Land bestes Werkzeug

Die Landestelle in Massen. - Foto: Dittrich

Die Landestelle in Massen. – Foto: Dittrich

Unna/Düsseldorf. Der allwissende Herr Armin Laschet von der CDU des Landes NRW spricht in jedes sich zeigende Mikrofon. “Er hat zu nahezu allem und jedem eine Meinung abzusondern, ganz besonders zur aktuellen Flüchtlingssituation”, sagt Unnas Landtagsabgeordneter Hartmut Ganzke. “Fraglich ist nur, ob er immer weiß, wovon er spricht”, sagt der Jurist aus Massen.

Und das sagt er nicht nur aus der Düsseldorfer Sicht, sondern auch als Beobachter der Massener Verhältnisse – seit seiner Geburt. “Als Nordrhein westfälischer Integrationsminister hat er im Jahre 2009 die über 60 Jahre lang bestehende Landesstelle zur Integration ausländischer Flüchtlingen in Unna Massen geschlossen”, erinnert sich Hartmut Ganzke. Das tat er gegen den ausdrücklichen Rat der Unnaer Lokalpolitiker, die ihm und seinem damaligen FDP-Kollegen Wolf längst neue Lösungen für die Landesstelle ausgearbeitet hatten. Auch für das fertig skizzierte Kompetenzzentrum für Migration dort hatte niemand in der christliberalen Interimsregierung einen Sinn. CDU und FDP erklärten unisono die Flüchtlingsbewegung Richtung NRW für beendet.

Denn, Hartmut Ganzke erinnert sich: “Begründung damals von Integrationsminister Laschet: Es werde absehbar zu keinen weiteren Flüchtlingsströmen kommen, die den Erhalt der Landesstelle weiter notwendig machen!”

Schon damals warnten die Unnaer Verantwortlichen energisch. Bei seiner Rede zur Feierstunde der Landesstellen-Schließung zeichnete Unnas Bürgermeister Werner Kolter noch ein geopolitisch begründbares Mahnbild, das vor ähnlichen Situationen wie heute warnte. Als Quittung erhielt er einen bösen Brief aus ministeriellen Höhen, dass man solches von einem Bürgermeister fern der hohen Verantwortlichkeit nicht hören wolle. Weiterer Dank: Alles, was anschließend an klugen Ideen aus Unna kam, um der dem brachen Gelände landesseitig neue Nutzungen zu bescheren, wurde brüsk abgelehnt. Die Ansiedlung der Hochschule später wurde von Unna allein gestemmt.

“Herr Laschet hat sich schon damals getäuscht”, stellt Landtagsabgeordneter Hartmut Ganzke fest. Deshalb seien auch seine heutigen Vorschläge zur Integration mit äußerster Vorsicht zu genießen. Und seine Empörungsverlautbarungen darüber, dass Nordrhein-Westfalen angeblich schlecht vorbereitet gewesen sei, was die Aufnahme von Flüchtlingen anging, sei geradezu lachhaft. Denn er war es, der maßgeblich unter anderem dem jahrzehntelang erprobten Unna-Massen das Handwerkszeug nahm. “Heute schwadroniert er was vom Landesrechnungshof, der ihn angeblich zu diesem Schritt gezwungen haben soll. Hartmut Ganzke: “Ein Minister muss sich nicht zwingen lassen, wenn er gute Argumente zur Hand hat. Herr Laschet hatte solche weder damals noch hat er sie heute!”

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