Leserbrief des Ratsmitgliedes Michael Tietze

Unna. Michael Tietze. SPD-Ratsmitglied aus Massen. Geschäftsführer seiner Stadtpartei. Er verfasste den nachfolgenden Leserbrief und sandte ihn zur Zeitung. Er erhielt aus der Redaktion nach eigenem Bekunden die Antwort, dass diese “keine Leserbriefe von Ratsmitgliedern veröffentliche”. Gleichwohl würden die Inhalte des Schreibens zur Grundlage für einen redaktionellen Beitrag genommen, wenn er, Michael Tietze, das wolle. Das wollte der Schreiber des Leserbriefes nicht.

Hier der Wortlaut, nur in Teilen redaktionell verändert, die den Inhalt nicht tangieren.


Nichts als die Wahrheit

Zur Berichterstattung und zu den vielen Leserbriefen, die ich in den Medien zum Thema SPD und ihrer Fraktionsgeschäftsführerin lesen musste, stelle ich folgendes fest. Sowohl die Berichterstattung, als auch die meisten Leserbriefschreiber erlauben sich ein Urteil zum Fraktionsvorsitzenden der SPD, ohne diesen Sachverhalt wirklich zu kennen. Ich habe als Ratsmitglied und Geschäftsführer der SPD Unna an den Fraktions- und Fraktionsvorstandssitzungen, in denen über das Thema der Entlassung der Geschäftsführerin berichtet wurde, teilgenommen.

Ich setze voraus, dass niemand dem Fraktionsvorsitzenden unterstellt, er hätte diese Entscheidung leichtfertig getroffen. In allen Sitzungen hat der Fraktionsvorsitzende die anwesenden Fraktionsmitglieder über sein Vorgehen umfassend informiert, was er aus meiner Sicht überhaupt nicht gemusst hätte. Außerdem wurde ihm gegenüber in allen Zusammenkünften das Vertrauen der weitaus überwiegenden Zahl der Fraktionsmitglieder ausgesprochen.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass selbstverständlich Vertraulichkeit vereinbart wurde. Ich finde es geradezu anmaßend, wenn in diesem Zusammenhang eine Hetzkampagne gegen den Fraktionsvorsitzenden in einer Art und Weise angestoßen wird, die mit journalistischer Berichterstattung nun gar nichts mehr zu tun hat!! Ich dachte bisher, zu einer Berichterstattung gehört es auch, die Persönlichkeitsrechte derer zu beachten über die ich berichte. Aber diese Schamgrenze scheint völlig abhanden gekommen zu sein. Wichtig ist eine reißerische und möglichst provozierende Schlagzeile.

Ich wurde seltsamerweise nie zu diesem Thema befragt, obwohl ich, wie gesagt, an allen Sitzungen teilgenommen habe. Aber vermutlich hätten meine Aussagen nicht zu dem Stil der Berichterstattung gepasst. Sonst hätte er nämlich erfahren, dass ich finde, dass gerade der jetzige SPD-Fraktionsvorsitzende ein ausgesprochener Teamplayer ist, der Entscheidungen der Fraktion mit dieser bespricht und von der Fraktion beschließen lässt.

Und wer sich im Arbeitsrecht ein wenig auskennt und nicht nur auf eine populistische Berichterstattung Wert legt, der müsste wissen, dass es richtig ist, dass der Fraktionsvorsitzende hierüber gegenüber der Öffentlichkeit keine Aussagen zur Sache zum Besten gibt. Denn auch hier gilt es, die Persönlichkeitsrechte gegenüber der Mitarbeiterin zu beachten.

Den Journalisten und vielen Leserbriefschreibern die in gebetsmühlenartigem Wiederholen mehr oder weniger den Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden fordern sei gesagt, dass ich einmal gelernt habe, dass wenn man nur unzureichende Kenntnis vom Sachverhalt hat, dann sollte man einfach mal still sein.

Michael Tietze
Theodor-Storm-Straße 7
59427 Unna-Massen

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