UKBS baut wegweisendes Solar-Haus in Kamen

Sie präsentierten der Öffentlichkeit jetzt das neue Solarhaus, das als innovatives Modellprojekt ab Sommer 2016 in Kamen errichtet werden soll: UKBS-Prokurist Martin Kolander, Kamens Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, Bürgermeister Hermann Hupe, Aufsichtsratsvorsitzender Fredy Müller vom Fachinstitut Haus und Technologie, UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, UKBS-Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Dipl.-Ingenieur Matthias Benecke vom Fachinstitut und Dr. Norbert Tschirpke von der Fachhochschule Südwestfalen (von links).  - Fotos: Egbert Teimann

Sie präsentierten der Öffentlichkeit jetzt das neue Solarhaus, das als innovatives Modellprojekt ab Sommer 2016 in Kamen errichtet werden soll: UKBS-Prokurist Martin Kolander, Kamens Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, Bürgermeister Hermann Hupe, Aufsichtsratsvorsitzender Fredy Müller vom Fachinstitut Haus und Technologie, UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, UKBS-Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Dipl.-Ingenieur Matthias Benecke vom Fachinstitut und Dr. Norbert Tschirpke von der Fachhochschule Südwestfalen (von links). – Fotos: Egbert Teimann

Kreis Unna. Mit einem revolutionären Schritt auf dem Bausektor ist die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) mit Sitz in der Kreisstadt Unna jetzt an die Öffentlichkeit getreten: Das kommunale Wohnungsunternehmen des Kreises Unna wird in Kamen an der Wilhelm-Bläser-Straße ein energieautarkes Solarhaus mit 30 Wohnungen zu je 61 qm Grundfläche errichten. Das Vorhaben ist nach Darstellung des Instituts Haus & Technik „bisher weltweit einzigartig“. Deshalb wird die Fachhochschule Südwestfalen den Komplex auch bis zur Fertigstellung umfassend wissenschaftlich begleiten, um Erkenntnisse für künftige Anwendungen zu sammeln.

UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer spricht von einer „intelligenten Energietechnik“, die in diesem Neubaukomplex Anwendung findet. Der gesamte Komplex werde sich mit einem beispiellosen Energiemix selbst mit Strom und Wärme versorgen. Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke sieht in dem Vorhaben ein „Highlight“ und ist überzeugt, „dass wir von der UKBS hier etwas für den Klimaschutz leisten“. Schließlich freute sich auch Bürgermeister Hermann Hupe bei der Vorstellung über dieses innovative Projekt in seiner Stadt.

Wie Dipl.-Ing. Matthias Benecke vom Vorstand des Haus- und Technik-Instituts erläuterte, werde ein Gebäudekomplex mit zwei Kernhäusern entstehen, verbunden durch eine Glashalle als Treffpunkt für die Bewohner. Auch biete sich an, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. In der Halle werde zudem ein Durchblick auf den technischen Bereich geschaffen, das „Herzstück“ dieser Innovation. An zentraler Stelle soll zudem ein Wasserbecken mit positiver Auswirkung auf das Raumklima angelegt werden. UKBS-Geschäftsführer Fischer kündigte ferner an, dass in der Tiefgarage für die Mobilität der Bewohner ein E-Auto zur Verfügung gestellt werde, selbstverständlich mit entsprechender Ladestation.

Überhaupt ist es die Technik, die diesen Komplex zu einem Novum in der Bauwirtschaft macht. Zwar werden seit einiger Zeit Energieplus-Häuser entwickelt, die erzeugte Energie kann jedoch nicht permanent abgerufen werden, da sie nicht ganzjährig und jederzeit verfügbar ist. Das werde bei dem Projekt der UKBS anders sein, unterstrich Fredy Müller, Aufsichtsratsvorsitzender des Fachinstituts. Der Verbund diverser Systeme miteinander führe in der Summe zu der angestrebten Autarkie des Gebäudes.

Im Wesentlichen kommen nach Darstellung von Müller drei Hauptsystemtechnologien zum Einsatz: Hocheffiziente Photovoltaik zur direkten Stromerzeugung, hocheffiziente Wärmepumpen in Kombination mit Brennstoffzellenheizungen zur Wärme- und Kältebereitstellung sowie langlebige und modernste Energiespeichersysteme für Strom und Wärme. Optional können weitere Systemkomponenten integriert werden.

Die systemtechnische Auslegung der hauseigenen Energieerzeugung wird so dimensioniert sein, dass mehr Leistung installiert ist als saisonal nachgefragt wird. Müller: „Durch diese Absicherung ist gewährleistet, dass zu jeder Zeit und in allen Jahreszeiten ein ausreichender Überschuss an Energie verfügbar ist!“ Schließlich wird der Strom dazu genutzt, mit Hilfe eines Elektrolyseverfahrens Wasserstoff herzustellen. Dieser wird in Metallhydridspeichern gelagert und steht zur Rückverstromung zur Verfügung. Dieser „autarke Energiepuffer“ kann selbst bei überdurchschnittlich hohem Energiebedarf den Bewohnern jederzeit bereitgestellt oder in lokale Versorgungsnetze eingespeist werden.

Den Baubeginn dieses innovativen Modellprojektes terminierte UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer auf Sommer 2016. Das kommunale Wohnungsunternehmen investiert in das Vorhaben rund sieben Millionen Euro und möchte es im Herbst 2017 seiner Bestimmung übergeben. Fischer ist zudem zuversichtlich, dass sich auch das Land NRW an diesem Pilotprojekt beteiligen wird, sei es durch eine finanzielle Förderung oder durch zinsgünstige Darlehen.

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