Werkstatt-Berufskolleg: 15 Jugendliche, sieben Nationen und das Projekt Pausenhalle

Gad Osafo, Trommler aus Ghana, begrüßte die Schülerinnen und Schüler mit seinen Rhythmen in der neu gestalteten Pausenhalle. - Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Gad Osafo, Trommler aus Ghana, begrüßte die Schülerinnen und Schüler mit seinen Rhythmen in der neu gestalteten Pausenhalle. – Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Kreis Unna. Stolz präsentieren 15 Jugendliche aus sieben Nationen die neu gestaltete Pausenhalle beim Werkstatt-Berufskolleg: farbige Schattenbilder, Symbole aller Religionen und ein Zitat zieren die sauberen Wände, Pflanzenkübel trennen den Raum in gemütliche Nischen. Die Schüler am Werkstatt-Berufskolleg haben zwei Wochen lang gemeinsam geplant, ausgemessen, gestrichen, gesägt, gehämmert und geschraubt. In einer feierlichen Stunde wurde die neue Eingangshalle im ehemaligen Flaschenkeller eingeweiht.

Der Trommler Gad Osafo aus Ghana begrüßte die Gäste mit einem Willkommenslied. Schulleiter Dieter Schulze hielt eine Rede und überreichte den beteiligten Schülern eine Urkunde. Mit der neuen Pausenhalle ist er sehr zufrieden, aber vor allem freut er sich über das gelungene Projekt: „Wir wollen zeigen, dass an unserem Werkstatt-Berufskolleg alle willkommen sind und es hier um Gleichheit, Freiheit, Frieden und Miteinander geht“, fasst Dieter Schulze zusammen.

Vor zweieinhalb Jahren startete das Werkstatt-Berufskolleg der Werkstatt im Kreis Unna in seinen Schulungsräumen auf dem Gelände der Lindenbrauerei. Es richtet sich an benachteiligte Jugendliche ohne Schul- oder Berufsabschluss. Die Besonderheit: Theorie, Praxis und pädagogische Begleitung aus einer Hand. Dabei wird die praktische Qualifizierung in Ausbildungswerkstätten direkt mit dem Schul-Unterricht verbunden und gleichzeitig die pädagogische Unterstützung in Praxis und Unterricht integriert.

120 Schülerinnen und Schüler nutzten im ersten Jahr in den fünf Klassen das Angebot. „Heute unterrichten wir hier 412 Schüler, 80 von ihnen sind Flüchtlinge“, erzählt Dieter Schulze. Sie kommen aus 16 Ländern – die meisten aus Syrien, Eritrea, Irak, Afghanistan und Guinea. Auf ihrem Stundenplan stehen auch die Fächer „Kommunikation und Kultur“, Politik und Religion. Themen wie das Grundgesetz, die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung von Mann und Frau werden hier vermittelt.

„Wir bereiten die jungen Menschen auf eine qualifizierte Ausbildung vor. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels darf kein Talent verloren gehen. Das gelingt durch individuelle Ansprache, Einzelförderung und Lerngruppen. Aber eben auch durch gemeinsame Projekte wie dieses“, erklärt Dieter Schulze.

Neben den Berufsvorbereitungsklassen mit Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bietet das Werkstatt-Berufskolleg ein vollzeitschulisches Angebot in der Berufsfachschule mit beruflichen Kenntnissen Metall, Ernährung und Versorgungsmanagement, Wirtschaft und Verwaltung sowie die zweijährige schulische Ausbildung zur Staatlich Geprüften Servicekraft und die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher an.

Beitragsbild: Stolz präsentieren 15 Jugendliche aus sieben Nationen die neu gestaltete Pausenhalle beim Werkstatt-Berufskolleg: Sie hatten wochenlang daran gearbeitet, damit farbige Schattenbilder, Symbole aller Religionen und vieles mehr das Räume zieren. – Fotos: Werkstatt im Kreis Unna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.