Trauriger Alltag: Gewalt gegen Frauen und Missachtung ihrer Menschenrechte

Unna. Mit einem Infostand und einer gemeinsamen Flaggenaktion machten am 24. November 2015 das Büro für Gleichstellungsfragen gemeinsam mit dem Mädchen- und Frauennetzwerk, dem Frauenforum und dem Zonta-Club HammUnna auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. Eingeladen waren auch Bürgermeister Werner Kolter, die Ratsmitglieder und alle Bürgerinnen und Bürger.

Unter dem Motto „NEIN zu Gewalt an Frauen. Frei leben – ohne Gewalt“ wiesen die Frauen und Männer auf die Diskriminierung von Frauen hin und machten die Ächtung jeglicher Form von Gewalt deutlich. Wie stark Frauen in Unna betroffen sind, verdeutlichen die Zahlen der Kreispolizeibehörde und des Frauenforums. 2014 suchten 67 Frauen mit 58 Kindern Schutz im Frauenhaus. Sie hatten Gewalt von ihrem Ehemann, Freund, Lebenspartner erlebt. 357 Frauen und Mädchen wandten sich an die Beratungsstelle, sehr häufig stand dabei auch das Thema Gewalterfahrungen im Mittelpunkt. Die Polizei wurde in Unna 2014 zu 106 Fällen Häuslicher Gewalt gerufen. Bis Ende Oktober 2015 waren es bereits 90 Fälle. Während im Vorjahr 30 Gewalttäter aus der Wohnung verwiesen wurden, waren es bis Ende Oktober 2015 bereits 28 Wohnungswegweisungen.

Hintergrund: 1981 wurde der 25. November als Internationaler Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ ausgerufen. Seither setzen sich Menschen an diesem Tag weltweit für die Beseitigung von Gewalt und Diskriminierung an Frauen ein. So auch in Deutschland, wo Gewalt gegen Frauen noch immer trauriger Alltag ist.

Jede dritte Frau ist von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. Rund 25 Prozent aller Frauen erleben Gewalt in ihrer Partnerschaft. Mehr als die Hälfte der Frauen wurde mindestens einmal im Leben sexuell belästigt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Europäischen Union. Doch nur 20 Prozent dieser Frauen nutzen die bestehenden Beratungseinrichtungen. Anlässlich des diesjährigen 25. Novembers hat das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bundesweit zu der Aktion „Wir brechen das Schweigen“ auf.

Ziel der Aktion ist es, das bundesweite Hilfetelefon bekannt zu machen. Seit 2013 besteht diese Einrichtung als Ergänzung zu den Fachberatungsstellen und Frauenhäusern der Regionen. Als erstes bundesweites Angebot ist das Hilfetelefon an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de erreichbar. Anonym, kostenlos, barrierefrei und in 15 Sprachen. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna unterstützen die Aktion und weisen auf diese Hilfemöglichkeit hin.

Sie wollen Frauen Mut machen, sich beim Hilfetelefon beraten zu lassen oder sich an die hiesige Fachberatungsstelle zu wenden. Im Kreis Unna ist die Frauen- und Mädchenberatungsstelle unter der Telefonnummer 02303-82202 die direkte Anlaufstelle. Entweder telefonisch oder im Rahmen eines persönlichen Gespräches erhalten Frauen und Mädchen Unterstützung in Krisensituationen, Informationen zu Hilfsmöglichkeiten und ggf. Begleitung zu Polizei, anwaltIicher Beratung oder Ämtern. Auf der Homepage des Frauenforums Unna können sich Mädchen und Frauen darüber hinaus auch online beraten lassen, dazu das Logo „Online-Beratung“ anklicken unter www.frauenforum-unna.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.