Rückenwind für Bönens Definetz e.V.: Robert Stein (MdL) thematisiert in Kleiner Anfrage das Projekt Defikopter

Der Defikopter bestand nun schon wiederholt Tests und bewies stets seine sichere Einsatzfähigkeit. - Foto: DLR

Der Defikopter bestand nun schon wiederholt Tests und bewies stets seine sichere Einsatzfähigkeit. – Foto: DLR

Bönen. Definetz e.V. freut sich über Flankenschutz und Rückenwind: Die CDU NRW – genau genommen deren Landtagsabgeordneter Robert Stein – richtet eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Thema: NRW herzsicher machen, Defibrillatoren retten Leben! Wie ist die Situation in Nordrhein-Westfalen?

“Toll, auf diese Weise nimmt unser Projekt ‘Defikopter’ noch einmal ordentlich Fahrt auf in seiner ohnehin schon erstaunlichen Popularität”, freut sich Vereinsvorsitzender Friedrich Nölle. Denn eben jener “Defikopter” war für Robert Stein der Einstieg ins Thema für seine Kleine Anfrage. Hier der Wortlaut:

“Auf der diesjährigen IFA in Berlin wurde der Verein Definetz e.V. mit Sitz in Hamm mit dem Sonderpreis für die beste technische Innovation im Bereich Human-Telematik beim Telematik-Award
für ihren ‘Defikopter’ ausgezeichnet. Der Verein sammelt einerseits Standortdaten öffentlich zugänglicher Defibrillatoren, die per App allen Menschen digital zugänglich gemacht werden, andererseits entwickelte der Verein zusammen mit dem Bielefelder Technologieunternehmen ‘Height-Tech’ den gerade erwähnten Defikopter. Dieser Defikopter ist eine mit einem Defibrillator ausgestattete Drohne, die selbstständig zu ihrem Einsatzort fliegen und dann von Laien lebensrettend eingesetzt werden kann.

Der Defikopter lohnt sich so insbesondere für Notfälle in schwer zugänglichen und abgelegenen sowie ländlichen Regionen, um wichtige Zeit bis zum Eintreffen von Rettungspersonal zu gewinnen.
Sowohl das Wissen um den Zugang zu nah erreichbaren Defibrillatoren als auch der Einsatz von Defikoptern erhält von daher Bedeutung, als die Überlebenswahrscheinlichkeit in entsprechenden
Notfallsituationen bei zunehmender Wartedauer bis zum Einsatz eines Defibrillators rapide abnimmt. Während bei einem Defibrillatoreneinsatz innerhalb der ersten 3 Minuten nach einem entsprechenden Notfall die Überlebenswahrscheinlichkeit bei über 2/3 liegt, sinkt diese Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Einsatz nach über 6 Minuten auf unter 1/3 der betroffenen Personen.

Die Defibrillation kommt dabei nicht nur dem Geretteten zu Gute, sondern kann im Optimalfall auch ökonomisch positive Auswirkungen für das gesamte Land haben. Eine von Definetz e.V. in Auftrag gegebene Kurzstudie kommt zu dem Ergebnis, dass in NRW Kosten bis zu 1 Milliarde € eingespart werden können, bundesweit wären es sogar über 4 Milliarden €.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1. Erhebt die Landesregierung die Standortdaten aller Defibrillatoren in NRW? (Bitte Liste
aller aktuell bekannten Standorte beifügen!)
2. Wie viele Menschen mussten in den vergangenen 5 Jahren in NRW aufgrund von Herzleiden defibrilliert werden?
3. Bei wie vielen Menschen konnte eine Fibrillation oder Kardioversion durch den Einsatz eines Defibrillators in den letzten 5 Jahren erfolgreich beendet werden? (Bitte jedes
Jahr einzeln auflisten!)
4. Wo plant die Landesregierung, Defibrillatoren an öffentlich zugänglichen Stellen in NRW zu installieren?
5. Plant die Landesregierung einen flächendeckenden Netzausbau für den Einsatz von Defikoptern?

Robert Stein”

Vorsitzender Friedrich Nölle - hier bei der Eröffnung des neuen Vereinsdomizils. - Foto: Rudi Bernhardt

Vorsitzender Friedrich Nölle – hier bei der Eröffnung des neuen Vereinsdomizils. – Foto: Rudi Bernhardt

Friedrich Nölle kommentiert den Wortlaut der Kleinen Anfrage: “Das entspricht ziemlich punktgenau unseren Vorstellungen, die wir schon an einigen Stellen formulierten. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Antworten Robert Stein erhalten wird und inwieweit sie die Bemühungen unseres Vereins voran bringen werden.”

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