Kultur und wohin der Weg mit Zukunft gehen kann – Forum Generation holte sich Unnas Kultur-Kompetenz ins ZIB

Unna. In der Halle des ZIB an der Massener Straße in Unna mit der wunderschön herausgearbeiten Industriearchtitektur der Lindenbrauerei versammelte sich Unnas geballte Kulturkompetenz und regional Interessierte daran, dass die Kulturstadt Unna eine solche bleibt. Das Forum Generation hatte zu einem kreativen Gedankenaustausch über die Gegenwart und zukünftige Gestaltung der Kulturarbeit in Unna eingeladen – und die vier Stunden des teils arbeitsintensiven Nachmittags waren alles andere als gefühlte Trauerarbeit, dass früher alles besser gewesen sei. Es war der Anstoß für einen Beginn, die Kulturarbeit in unserer Stadt wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Kultur-Gutachter Reinhart Richter aus Osnabrück moderierte die Fachtagung. - Fotos:  Rudi Bernhardt

Kultur-Gutachter Reinhart Richter aus Osnabrück moderierte die Fachtagung. – Fotos: Rudi Bernhardt

Reinhart Richter (“Unna ist wichtig und wegweisend für die Kulturpolitik in Deutschland.”), der mit seinem Büro Richter in Osnabrück für die Stadt schon gutachterlich tätig war, moderierte die Fachtagung. Meinolf Jansing, dessen Arbeit im Kultursekretariat Gütersloh Unna lange Jahre begleitete, hielt das Impulsreferat für die Tagungsteilnehmer. “Stadt macht Kultur – Kultur macht Stadt” wählte er als Titel, womit er auch seine Vorstellung von einer gedeihlichen Wechselwirkung zwischen einer sich stets modernisierenden und somit aktuellen Kulturarbeit und der Gebietskörperschaft Stadt und ihrer durch die besten Folgen jener Kulturarbeit entstehenden Urbanität skizzierte.

Kultur, das sei ein wesentliches Stück Stadtentwicklung. Meinolf Jansing zog als voraus schauenden Zeitgenossen Unnas legendären Kulturdezernenten Axel Sedlack heran, dessen Veröffentlichung “Neues aus der Provinz” heute von ihm, Jansing, als Klassiker für das Zusammenspiel von Städten der Größe Unnas und der dort stattzufinden habenden Kulturarbeit beschrieben wurde.

Kultur und die je individuelle Qualität ihrer Politik in einer Stadt sei seit langem ein nicht wegzudenkender wirtschaftlicher Standortfaktor.

Kultur müsse zunehmend mehr als Pflichtaufgabe von allen staatlichen Ebenen verstanden werden und auch von allen staatlichen Ebenen finanziell auszustatten sein.

Kultur solle in ihrer umfassenden Arbeit mit allem konfrontieren, aber auch konfrontiert werden, wo Kulturarbeit ins gesellschaftliche Rad eingreift. Auch mit allen Medien, die das Internet zu bieten hat.

Kultur soll alle bürgerschaftlichen Schichten erreichen, soll und muss möglichst viele bürgerschaftlichen Interessen wahrnehmen und mitnehmen.

Kultur und Kulturarbeit in einer Stadt müssen und mussten immer ihrer Aufgabe gerecht werden, die Rolle von Kultur als Summe aller Lebensäußerung von Menschen in einer Gesellschaft zu bündeln und zu spiegeln – aktuell: So müsse die Kultur sich derzeit als wesentliches Instrument für den langen Weg der Integration verstehen.

Meinolf Jansing gab ein umfassendes und die spätere Diskussion anregendes Impulsreferat.

Meinolf Jansing gab ein umfassendes und die spätere Diskussion anregendes Impulsreferat.

Meinolf Jansings Anstöße nahmen die Teilnehmer mit in die Gruppendiskussionen. Eine Stunde konzentrierter Arbeit wurden danach im Plenum vorgestellt. Und obwohl alle Arbeitsgruppen unterschiedliche Themen zu präsentieren hatten, war eine Essenz bei allen festzustellen:

Kultur wird auch zukünftig nicht auskommen ohne die intensive Vernetzung von (in Unna ungemein zahlreichen) institutionellen Kulturprojekten, von bürgerschaftlich organisierten Kulturprojekten (ebenfalls sehr zahlreich in der Stadt), von Kulturschaffenden (der Begriff zahlreich sei wiederholt) und der Bündelung der jeweils vorhandenen Kompetenzen. Und: Die Organisation der Kultur bedarf einer hierarchisch abgesicherten Koordinationsstelle, die es versteht, Kultur, Schule, Sport und Jugend zu verflechten. Weil nur mit früh einsetzender kultureller Bildung (ab Kita und das lebenslang) wird Kulturarbeit der Kultur eine Zukunft weisen können.

Unnas früherer Stadtdirektor Klaus Dunker war einer der engagierten Anwälte für die Kultur aus dem Forum Generationen.

Unnas früherer Stadtdirektor Klaus Dunker war einer der engagierten Anwälte für die Kultur aus dem Forum Generationen.

Und für alles braucht es Menschen, die etwas von den Grundlagen einer Kultur verstehen, die etwas verstehen, was die je gegenwärtige Kultur uns zu verstehen geben will und die ihr handelndes Selbstverständnis an diesen Vorgaben ausrichten und nicht an den Interessen der eigenen Person.

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