Querschüsse in Richtung des Kämmerers Karl-Gustav Mölle – läuft wohl zu glatt der Doppelhaushalt

Unna. Kurz habe ich ja überlegt: Das wäre doch was für eine Daily Soap. Dann habe ich mich aber doch anders entschieden – der Vorgang ist einfach zu ernst. Unnas Kämmerer und 1. Beigeordneten Karl-Gustav Mölle wird in der Tagespresse zwar nebulös durch ein Dickicht von Spekulationen tastend, unterstellt, dass er sich während einer Klausursitzung der Grünen in unangemessener Wortwahl – quasi in unter Druck setzender Form – als hoher Verwaltungsbeamter exponiert habe.

Als Zeugen werden einerseits Grünen-Fraktionschefin Charlotte Kunert herangezogen, andererseits “kleine Fraktionen”, die das beschriebene Verhalten in anderer Ausprägung ebenfalls schon mal bemerkt hätten. “Kleine Fraktionen” seien es laut Charlotte Kunert auch gewesen, die die Berichterstattung überhaupt ins Rollen gebracht hätten. Die seien es gewesen, sagt Charlotte, die den Rechercheur dazu anregten, sie zu befragen. Nun, langer Rede kurzer Sinn: Charlotte Kunert hatte weder sich noch ihre Freundinnen und Freunde unter Druck gesetzt gefühlt, Karl-Gustav Mölle erinnert sich auch an keine Silbe ähnlichen Zungenschlages, auch Achim Thomäe, der ihn begleitete und die Hälfte des gemeinsamen Vortrages bestritt, hat keine derartige Wahrnehmung.

Was die Fraktionschefin der Grünen erzählte, sei eine Begebenheit gewesen, die längere Zeit zurück lag und nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Etatberatungen stand. Die aber, so Charlotte Kunert, habe sich keineswegs als Druck seitens des Kämmerers dargestellt, sondern habe sich eher um Befindlichkeitsstörungen von Parteien untereinander (Grüne und SPD) gedreht.

Nun, bleiben die so gern heran gezogenen “kleinen Fraktionen”. Die Grünen sind mit sieben Ratsmitgliedern kaum klein zu nennen. Die Liberalen sind zwar liberal, aber haben in ihren Reihen erfahrene Ratsherren. Die FLU kann ihre Erfahrung durchaus selbstbewusst vor sich her tragen. Die Linken sind klug genug, Erfahrung zu sammeln. Jörg Hißnauer ist ganz allein, keine Fraktion, aber schon aus diesem Grund zu klug, sich so über den Kämmerer zu äußern. Und die Piraten haben mit Christian Roß jemanden, der stets zuvor nachdenkt, bevor er etwas sagt.

Flurfunk, gut unterrichtete Kreise, dem Vernehmen nach, wie zu hören war und wie sie alle heißen.

Die SPD veröffentlicht auf ihrer Website: “‘Einigermaßen irritiert habe ich die Berichterstattung wahrgenommen, wonach unser Kämmerer Karl-Gustav Mölle sich angeblich in kleineren Fraktionen und gegenüber den Grünen ungebührlich, sogar in einer Weise, die das Unterdrucksetzen der ehrenamtlichen Verwaltungsebene vermuten ließe, benommen habe.’ Er halte das für völlig aus der Luft gegriffen. ‘Karl-Gustav Mölle ist ein Profi, der seine Worte exakt und unmissverständlich zu wählen weiß’, sagt Volker König.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.