Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sammelt – Auftakt mit Soldaten der Glückauf-Kaserne

Unna. Das war stets ein Zeichen, dass die usselige Jahreszeit unaufhaltsam näher rückt. Wir saßen am Morgen bei Kaffee und Schnittchen zusammen, sprachen mit Soldaten aus der Glückauf-Kaserne über Aktuelles, Wesentliches und manchmal auch über Erlebnisse, bei denen ich als “Ungedienter” nie dabei war. Und dann ging’s in Kleingruppen, mit der Sammelbüchse des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bewaffnet, ab in die Stadt: Auftakt der alljährlichen Sammelaktion.

Fast immer in den 15 Jahren meiner Beteiligung war ich mit dem Bürgermeister und Vertretern der Christdemokraten allein. Renate Nick nahm sich ebenfalls sehr häufig Zeit. Und diejenigen, die einer Tagesarbeit nachgingen, waren entschuldigt, weil es sich wirklich nicht anbietet, seinen Arbeitsplatz am Morgen einfach mal zu verlassen. Aber als “Ungedienter” kam ich mir dabei ganz und gar nicht komisch vor. Ich sammelte mit meinem Begleiter in Uniform für das Gedenken an Menschen, für Gedanken an Formen des Widerstandes, gegen Andeutungen, dass sich Geschichte auf diese Art wiederholen könnte, und insgeheim war es eine unausgesprochene Danksagung dafür, dass sich zu meiner Lebenszeit eine haltbare Ferne von Krieg eingestellt hatte.

Ab Montag, 9. November 2015, findet nun wieder in Unna die diesjährige Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. statt. Bis zum 13. November werden Soldaten des Versorgungsbataillon 7 Unna die Bevölkerung wieder um Spenden zur Unterstützung der Arbeit, die der Volksbund leistet, bitten.

Die Spenden sind bestimmt für den Ausbau und die Instandsetzung von Kriegsgräberstätten im Ausland, für die Unterstützung der Workcamps, die der Volksbund im In- und Ausland und für Projekte im Rahmen der Friedenserziehung in den Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes ausrichtet.

Bürgermeister Werner Kolter begrüßte wie gewohnt die Sammler und seine Vertreterin im Rathaus, bedankte sich für deren Einsatz und betonte die Bedeutung der Aufgabenstellung des Volksbundes beim Erhalt und der Pflege der Kriegsgräber im In- und Ausland. Gemeinsam mit Oberstleutnant Brinkmann und Soldaten aus Unna sowie Vertretern der Ratsfraktionen startete Kolter am 4. November die Sammlung.

Beitragsbild: Das gehörte immer dazu: Vor Beginn der gemeinsamen Sammlung das Gruppenbild vor dem Friedensstein in der Bürgerhalle des Rathauses. – Foto: Stadt Unna

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