Von Menschen im Werkstatt-Berufskolleg (IX): Paul aus Kasachstan wird erstmals richtig gefordert und freut sich darüber

das Gespräch führte das Werkstatt-Berufskolleg


Paul ist ein lockerer und angenehm entspannter Typ. Er drückt sich gewählt aus, folgt dem Unterricht sehr aufmerksam und hat hohes Wissen in Mathematik, Englisch und auch den Naturwissenschaften. Er geht in die Berufsfachschule des Werkstatt-Berufskollegs und arbeitet auf die gymnasiale Qualifizierung hin:

„Ich bin in Kasachstan geboren, mit 3 Jahren mit meinen Eltern nach Deutschland gekommen, habe zuerst in Dortmund gelebt und bin nun seit einigen Jahren in Kamen. Ich habe in meiner schulischen Laufbahn 5 verschiedene Schulen besucht und bin nun am Werkstatt-Berufskolleg Unna.

Für mich war Schule immer nur ganz langweilig, ich wurde nie gefordert, vielleicht habe ich deshalb dauernd Schule geschwänzt oder habe während des Unterrichts geschlafen. Manche Lehrer wussten, dass ich ziemlich viel Wissen habe, aber vielleicht war ich unterfordert und mein Schwänzen und Schlafen mochten manche Lehrer nicht, deshalb waren meine Noten sehr schlecht, obwohl ich besser war.

Ich wurde nie gefordert, ich verstehe aber Mathematik sehr gut und erarbeite mir den Inhalt von Formeln selber und verstehe sie. Meine Schwester und meine Freunde, mit denen ich spreche und diskutiere, studieren oder haben gerade den Master gemacht. Das will ich auch.

Ich arbeite und lerne jetzt für die Qualifizierung für die gymnasiale Oberstufe, ich will das Vollabitur machen, damit ich viel mehr Möglichkeiten für das Studium habe. Wenn möglich möchte ich Ingenieurwesen studieren, denn ich glaube, dass ich technisch und mathematisch begabt bin.

Das Werkstatt-Berufskolleg war für mich ein spontaner Zufall, ein Freund hat es mir empfohlen, und es passte sehr gut für mich. Das Berufskolleg ist ganz ok, sowohl die Lehrer als auch die Schule mit ihren Möglichkeiten. Ich fühle mich ganz gut unterrichtet, Herr Radke gibt mir Extraaufgaben in Mathematik, die mich richtig herausfordern, das finde ich gut, Frau Deußen und Herr Schulze wollen das demnächst auch in Englisch und Naturwissenschaften machen. Man wird hier ernst genommen.“

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