Aus der Arbeitslosigkeit zum festen Job bei IKEA – Kooperation der Werkstatt im Kreis Unna mit Einrichtungshaus

Spaß bei der Logistik-Arbeit: Detlev Roßmeier, Burak Bayar und Frank Mehmed im Warenlager des großen IKEA-Hauses. Möbelrückläufer gehen auch zur Wiederaufbereitung an die Holzwerkstatt der Werkstatt. - Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Spaß bei der Logistik-Arbeit: Detlev Roßmeier, Burak Bayar und Frank Mehmed im Warenlager des großen IKEA-Hauses. Möbelrückläufer gehen auch zur Wiederaufbereitung an die Holzwerkstatt der Werkstatt. – Foto: Werkstatt im Kreis Unna

Kreis Unna. Langzeitarbeitslose Menschen finden einen Arbeitsplatz mit Perspektive, ein großes Möbelhaus findet die gesuchten Arbeits-Kräfte. Wie gemeinsam solche Ziele erreicht werden können, zeigen das IKEA-Möbelhaus Kamen und die Werkstatt im Kreis Unna in einem vom Jobcenter Kreis Unna und vom Land NRW unterstützen Modell. Andre Gerg (30) und Frank Mehmed (37) haben jetzt einen festen Job bei IKEA Kamen.

Ein Jahr lang haben sie dafür bei IKEA mit Unterstützung der Werkstatt gearbeitet und trainiert. „Wir haben die beiden gerne übernommen, weil wir gesehen haben, dass sie die Arbeit und unsere Anforderungen sehr gut bewältigen und gleichzeitig auch in unser Team passen“, lobt der Verwaltungsleiter des Einrichtungshauses, Erik Jacques. Eine „Super-Idee“ nennt sein Kollege Burak Bayar das Projekt mit der Werkstatt. Ohne den von der Werkstatt und dem Jobcenter geebneten Einstiegsweg wäre das nicht möglich gewesen: Mit ihren beruflichen Voraussetzungen hätten sich Andre Gerg (30) und Frank Mehmed (37) kaum als geeignete Bewerber für die anspruchsvolle Tätigkeit im Möbelhaus empfohlen.

Rund 14 Jahre war Frank Mehmed ohne festen Job: „Ich bin dankbar, dass ich diese Chance bekomme – die Arbeit hier ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Ich fühle mich sauwohl.“ Im vergangenen Jahr konnten Andre Gerd und Frank Mehmed mit zwei anderen Bewerbern als Beschäftigte der Werkstatt im IKEA-Haus zeigen, was sie wirklich können.

„In der Arbeit zeigt sich nicht nur, welche Kenntnisse und Fertigkeiten noch fehlen, um die Anforderungen zu bewältigen. Betrieb und Bewerber können in der Praxis testen und erfahren, ob sie zueinander passen“, erklärt Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna. Nach der erfolgreichen Premiere wird das Projekt fortgesetzt: Detlev Roßmeyer (49) arbeitet jetzt schon mit zwei weiteren Kollegen im IKEA-Training.

IKEA und Werkstatt kooperieren im Rahmen des Landesprogramms „öffentlich geförderte Beschäftigung“ seit vergangenem Jahr in einem innovativen Projekt, das ökologische und arbeitsmarktpolitische Ziele miteinander verbindet. Zum einen bereitet die Werkstatt mit ehemals Arbeitslosen beschädigte oder unvollständige Möbelrückläufer von IKEA wieder auf und verkauft diese Regale oder Schränke dann im eigenen Sozialkaufhaus an bedürftige Menschen. Zum anderen können sich bei dieser Arbeit die vormals arbeitslosen Mitarbeiter beruflich weiterbilden und fehlende Qualifikationen, wie etwa einen Staplerschein nachholen. Zudem helfen die Fachleute der Werkstatt dabei, persönliche Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. „Das nützt auch dem Nachhaltigkeitsgedanken – es wäre doch schade, wenn die Artikel im Abfall landen“, sagt der IKEA-Profi Erik Jacques.

Das Jobcenter, das ebenso wie das Arbeitsministerium NRW und der Europäische Sozialfond das Projekt finanziell unterstützt, lobt den Erfolg: „Wir freuen uns, wenn wir nachhaltige Perspektiven für die uns anvertrauten arbeitslosen Menschen schaffen“, erklärt Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters. „Solche Modelle nutzten nicht nur den Kunden des Jobcenters, sondern gerade auch den Firmen, die jetzt schon händeringend nach Fachkräften suchen.”

Beitragsbild: Frank Mehmed (3.v.r.) hat nach langer Arbeitslosigkeit und einjähriger Qualifizierung einen festen Job im großen Einrichtungshaus, Detlev Roßmeyer (4.v.l) bereitet sich gerade als Beschäftigter der Werkstatt bei IKEA auf den Wiedereinstieg vor. Als Projektpartner lobten (v.l.) Herbert Dörmann (Werkstatt-Geschäftsführer), Burak Bayar, Erik Jacques und Diettrich Bergen (alle drei IKEA) sowie Uwe Ringelsiep (Jobcenter Kreis Unna) und Jan-Dirk Hedt (Werkstatt) den Erfolg des Pilotprojektes. – Foto: Werkstatt im Kreis Unna

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